Konstantin Waigel ist der gemeinsame Sohn von Dr. Theo Waigel, dem früheren Bundesfinanzminister und CSU-Vorsitzenden, und Dr. Irene Epple-Waigel, der Olympia-Silbermedaillengewinnerin von Lake Placid 1980. Er wurde 1995 in Bayern geboren und ist heute 30 Jahre alt. Über sein Leben außerhalb der Familie ist öffentlich kaum etwas dokumentiert — sein Beruf, sein Ausbildungsweg und sein aktueller Wohnort sind nicht bekannt.
Inhaltsverzeichnis
| Vollständiger Name | Konstantin Theodor Waigel |
| Taufe | 4. September 1995, Ursberg, Bayern (Quelle: taz) |
| Vater | Dr. Theo Waigel, Bundesfinanzminister 1989-1998, CSU-Ehrenvorsitzender seit 2009 |
| Mutter | Dr. Irene Epple-Waigel, Olympia-Silber 1980, Ärztin, Bundesverdienstkreuz 2011 |
| Aufgewachsen | Seeg im Allgäu, Landkreis Ostallgäu, Bayern |
| Halbgeschwister | Dr. Christian Waigel und Birgit Waigel, aus Theo Waigels erster Ehe mit Karin Waigel |
| Beruf | Nicht öffentlich bekannt |
| Dokumentierte Auftritte | Filserball München 2015 und 2023, Verleihung Bayerischer Verdienstorden München, Juli 2023 |
Geburt 1995: Was die Taufe in Ursberg verrät
Die taz beschrieb Konstantin bei seiner Taufe am 4. September 1995 als „dreieinhalb Monate alt“, was seinen Geburtsmonat auf etwa Ende Mai 1995 eingrenzt — eine konkretere Eingrenzung, als sie andere Quellen bieten. Der Spiegel erwähnte ihn in seiner Ausgabe 1/1996 vom 31. Dezember 1995.
Die Taufe fand in Ursberg statt, dem schwäbischen Heimatdorf seines Vaters, im kleinen Kreis aus Familie und wenigen politischen Vertrauten. Theo Waigel war zu diesem Zeitpunkt Bundesfinanzminister, CSU-Vorsitzender und stand mitten in den Verhandlungen über die europäische Währungsunion. An dem Herbsttag in Ursberg sagte er laut taz: „Ich hab‘ erwartet, daß er schreit. Wenn nicht, hätte doch jeder gefragt: Ist das Kind denn überhaupt richtig gesund?“
Dieser Moment hatte einen Kontext, den die Taufgäste kannten: Theo Waigel hatte im Jahr zuvor seine erste Ehe mit Karin Waigel beendet, mit der er seit 1966 verheiratet gewesen war, und im November 1994 Irene Epple geheiratet. In einem tief katholisch geprägten Bayern, in dem die CSU seit Jahrzehnten das politische Leben dominierte, war das eine erhebliche persönliche Kontroverse. Die Taufe in Ursberg, dem Ort seiner eigenen Herkunft, war unter diesen Umständen kein rein privates Ereignis. Konstantin war das erste gemeinsame Kind des neuen Ehepaares und damit der sichtbarste Ausdruck eines neuen Lebensabschnitts.
Vater und Mutter: Zwei Lebensläufe, eine neue Familie
Theo Waigel, geboren am 22. April 1939 in Oberrohr bei Krumbach, studierte Rechtswissenschaften an den Universitäten München und Würzburg und promovierte 1967. Ab 1972 saß er für den Wahlkreis Neu-Ulm im Deutschen Bundestag. Von 1988 bis 1999 führte er die CSU als Vorsitzender. Unter Bundeskanzler Helmut Kohl leitete er von 1989 bis Oktober 1998 als Bundesfinanzminister die Finanzen der Bundesrepublik, eine Amtszeit, die die deutsche Wiedervereinigung und die Einführung des Euro umfasste. Den Namen „Euro“ für die gemeinsame europäische Währung schlug Waigel persönlich vor; der Europäische Rat in Madrid nahm diesen Vorschlag im Dezember 1995 formal an. 2019 veröffentlichte er seine Autobiografie „Ehrlichkeit ist eine Währung“ im Ullstein Verlag.
Irene Epple-Waigel, geboren am 18. Juni 1957 in Seeg im Allgäu, gehörte Ende der 1970er und Anfang der 1980er Jahre zur Weltspitze im alpinen Skisport. Bei den Olympischen Winterspielen 1980 in Lake Placid gewann sie Silber im Riesenslalom und trug bei der Schlussfeier als Fahnenträgerin die Fahne der westdeutschen Mannschaft. Ihre Schwester Maria Epple war ebenfalls Skirennläuferin auf internationalem Niveau. Nach dem Ende ihrer Sportkarriere studierte Irene Epple Medizin an der Ludwig-Maximilians-Universität München, promovierte 1992 und arbeitete als Ärztin. Von 2002 bis 2014 war sie CSU-Kreisrätin im Landkreis Ostallgäu. 2011 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz am Bande, seit 2016 ist sie Ehrenkuratorin der Stiftung Kindergesundheit.
Dr. Christian Waigel, Theo Waigels Sohn aus der ersten Ehe und in den frühen 1960er Jahren geboren, war bereits ein erfahrener Kapitalmarktrechtler, als Konstantin eingeschult wurde. Birgit Waigel, das zweite Kind aus dieser Ehe, führt ein nicht-öffentliches Leben. Für Konstantin bedeutete der Altersunterschied in der Praxis: Er wuchs als einziges Kind im gemeinsamen Haushalt seiner Eltern auf, während seine Halbgeschwister längst eigene Karrieren hatten.
Seeg im Allgäu: Aufgewachsen mit einem pensionierten Vater
Als Theo Waigel im Oktober 1998 als Bundesfinanzminister ausschied, war Konstantin drei Jahre alt. Die politische Karriere, die den Namen Waigel in der deutschen Nachkriegsgeschichte verankert hat, war beendet, bevor Konstantin sie hätte wahrnehmen können. Was er kannte, war ein Vater, der Vorlesungen hielt, Memoiren schrieb und 2016 als Of Counsel in eine Münchner Kanzlei eintrat — nicht den Staatsmann, der auf dem Höhepunkt seiner Macht durch die Verhandlungen über den Euro geführt hatte.
Seeg im Allgäu, der Heimatort seiner Mutter mit rund 3.100 Einwohnern südlich von Füssen, bot dafür den passenden Rahmen: kein politisches Milieu, kein Berliner Betrieb, kein Leben unter ständiger öffentlicher Beobachtung.
Eine hartnäckige Verwechslung: Die Münchner Kanzlei gehört dem Halbbruder
Im Netz kursiert die Behauptung, Konstantin Waigel betreibe gemeinsam mit seinem Vater eine Münchner Anwaltskanzlei. Diese Information ist falsch.
Die Kanzlei Waigel Rechtsanwälte wurde im Januar 2016 als Spin-off der Sozietät GSK Stockmann gegründet, wie das Fachmagazin JUVE und Fonds Professionell berichteten. Namenspartner sind Dr. Christian Waigel und seine Frau Renate Waigel. Dr. Theo Waigel ist dort als Of Counsel tätig, wie die Kanzleiwebsite waigel.de ausweist. Dr. Christian Waigel ist Kapitalmarktrechtler und Honorarkonsul des Fürstentums Liechtenstein in München, wie die Abendzeitung München berichtete. Auf der Website der Kanzlei findet sich Konstantin Waigel nicht, weil er dort nicht tätig ist.
Die Verwechslung entsteht, weil beide denselben Nachnamen tragen und beide als Söhne Theo Waigels beschrieben werden. Es sind zwei verschiedene Menschen aus zwei verschiedenen Lebensphasen desselben Vaters, mit rund dreißig Jahren Altersunterschied.
Die dokumentierten öffentlichen Auftritte
Was sich aus verifizierten Quellen über Konstantins öffentliches Auftreten dokumentieren lässt, beschränkt sich auf Pressefotos bei familiären und gesellschaftlichen Anlässen:
- 4. September 1995 — Taufe in Ursberg; Bericht in der taz, Erwähnung im Spiegel, Ausgabe 1/1996 vom 31. Dezember 1995
- Späte 1990er Jahre — Familienurlaub in Südtirol; Getty-Images-Foto mit Bildunterschrift, die Theo Waigel noch als amtierenden Bundesfinanzminister ausweist, also datierbar vor Oktober 1998
- 6. Februar 2015 — Filserball im Löwenbräukeller in München, gemeinsam mit beiden Eltern; dokumentiert durch Getty Images
- 10. Februar 2023 — Filserball im Paulaner am Nockherberg in München, gemeinsam mit seinem Vater; Foto von Gisela Schober für Getty Images, Bildunterschrift: „Theo Waigel and his son Konstantin Waigel“
- 5. Juli 2023 — Verleihung des Bayerischen Verdienstordens im Antiquarium der Residenz München unter Leitung von Ministerpräsident Markus Söder; gemeinsamer Auftritt mit seinem Vater, dokumentiert durch dpa und Alamy
Theo Waigel trägt den Titel Ehren-Filser seit 1995, dem Jahr, in dem Konstantin geboren wurde. Die Auftritte beim Filserball 2015 und 2023 folgen damit keinem öffentlichen Gestaltungswillen, sondern einer familiären Begleitung bei einem Termin, der mit Konstantins Lebensjahr begann.
Ein Name, zweimal vergeben
Im Dezember 1995 nahm der Europäische Rat in Madrid auf Vorschlag von Theo Waigel formal den Namen „Euro“ für die gemeinsame europäische Währung an. Drei Monate zuvor, im September desselben Jahres, hatte Theo Waigel in Ursberg seinen Sohn taufen lassen und ihm den Namen Konstantin Theodor Waigel gegeben. 1995 war damit das Jahr, in dem Theo Waigel zwei Namen vergab: einen für eine Währung, die heute rund 350 Millionen Menschen täglich benutzen, und einen für seinen Sohn, über den die Öffentlichkeit dreißig Jahre später kaum etwas weiß.
Quellen: taz.de, 4. September 1995 · Wikipedia: Theo Waigel · Wikipedia: Irene Epple · JUVE Magazin · Fonds Professionell · waigel.de · Getty Images (Gisela Schober) · dpa / Alamy · Abendzeitung München

