Regina Stiefl gewann in den neunziger Jahren zweimal die Weltcup-Gesamtwertung im Mountainbike-Downhill und gehörte damit zu den erfolgreichsten deutschen Radsportlerinnen ihrer Zeit. Bekannt ist ihr Name heute vor allem aus zwei anderen Gründen: einem Sturz im ZDF-Sportstudio, der bis heute im Netz kursiert, und einer Familiengeschichte, die mit dem Tod der Biathletin Laura Dahlmeier verbunden ist.
Geboren wurde sie am 11. Oktober 1966 in Grainau als Regina Buchwieser. Aus demselben Ort stammt auch ihre jüngere Schwester Susi, ebenfalls eine Mountainbikerin der ersten Stunde und die Mutter von Laura Dahlmeier. Susi trägt heute den Namen ihres Mannes Dahlmeier, Regina den ihres Mannes Stiefl, beide Schwestern sind geborene Buchwieser.
Inhaltsverzeichnis
Herkunft und Weg zum Mountainbike
Vor dem Radsport stand der Skirennsport. Stiefl fuhr zunächst erfolgreich Ski, bevor sie 1987 nach einer ersten Babypause zum Mountainbike wechselte. Der Sport steckte in Deutschland damals noch in den Anfängen, feste Strukturen oder Sponsoren gab es kaum. Sie begann im Cross-Country und belegte 1991, beim ersten überhaupt für Frauen ausgetragenen Grundig-Mountainbike-Weltcup, den dritten Platz in der Gesamtwertung.
Eine Herzmuskelentzündung und eine Knieoperation zwangen sie zu einer Pause. Aus dieser Zwangspause wurde eine Neuausrichtung: Sie wechselte ins Downhill, die schnellere und risikoreichere Disziplin des Mountainbikesports.
Weltcup-Titel und die Konkurrentinnen der neunziger Jahre
Die wichtigsten Stationen ihrer sportlichen Laufbahn:
| Jahr | Erfolg |
|---|---|
| 1991 | Deutsche Meisterin Cross-Country |
| 1993 | Deutsche Meisterin Cross-Country, Weltcup-Gesamtsieg Downhill |
| 1994 | Deutsche Meisterin Downhill |
| 1995 | Deutsche Meisterin Downhill, Weltcup-Gesamtsieg Downhill |
| 1998 | Deutsche Meisterin Downhill, Bronze bei der Europameisterschaft |
| 1999 | Aufnahme in die Mountain Bike Hall of Fame |
Trotz zweier Weltcup-Gesamtsiege blieb ihr eine Medaille bei Weltmeisterschaften verwehrt, bei Europameisterschaften stand sie 1998 immerhin einmal auf dem Podest. Downhill war in den frühen Neunzigern noch ein kleines, hartes Feld. Ihre prägendste Rivalin war die Amerikanerin Missy Giove, spätere Weltmeisterin des Jahres 1994. Bei genau dieser Weltmeisterschaft in Vail, Colorado, stand neben Giove auch die Italienerin Giovanna Bonazzi auf dem Podium, eine weitere Fahrerin, mit der Stiefl über mehrere Saisons um Punkte und Platzierungen kämpfte. Große Preisgelder oder feste Sponsorenverträge gab es für die Fahrerinnen dieser Generation kaum, den europäischen Downhillsport prägten sie trotzdem maßgeblich mit.
Der Sturz im Sportstudio, der bis heute kursiert
Wer nach Regina Stiefl sucht, stößt häufig zuerst auf ein Video: Sie fährt bei einem Auftritt im ZDF-Sportstudio mit dem Mountainbike über eine schmale Treppe ins Studio, bleibt hängen und stürzt vor laufender Kamera und vor Moderator Günther Jauch. Der genaue Sendetermin wird in vorhandenen Quellen unterschiedlich angegeben, teils 1994, teils 1995. Sicher ist, dass der Ausschnitt bis heute auf YouTube und TikTok geteilt wird und für viele der einzige Berührungspunkt mit ihrem Namen geblieben ist, obwohl er mit ihrer sportlichen Leistung wenig zu tun hat.
Playboy und das Karriereende
1996 lief die Saison sportlich schlecht. Der neue Sponsor American Eagle brachte nicht den erhofften Aufschwung, und Ende des Jahres beendete Stiefl ihre aktive Karriere. Es folgte ein deutlicher Imagewechsel: Aus der blonden Downhill-Fahrerin wurde eine Frau mit kurzem, dunklem Haar, die 1998 in der deutschen Playboy-Ausgabe erschien, gemeinsam mit Ricky von Tic Tac Toe. Im selben Jahr wagte sie über das Team Fiat-Rotwild noch ein kurzes Comeback im Weltcup, bevor sie sich endgültig aus dem Rennsport zurückzog. Nach der aktiven Karriere arbeitete sie als Stylistin.
Die Familie hinter dem Namen
Innerhalb von siebzehn Jahren hat die Familie zwei Todesfälle am Berg erlebt, den von Reginas Ehemann Peter Stiefl und den von ihrer Nichte Laura Dahlmeier.
Der Tod von Peter Stiefl
Sie war verheiratet mit Peter Stiefl, selbst einem der ersten Downhill-Rennfahrer Deutschlands und Gewinner eines der ersten deutschen Downhill-Rennen im Jahr 1992. Am 18. Februar 2009 waren beide gemeinsam mit einem Bekannten am Nordhang des Labers bei Oberammergau abseits gesicherter Pisten unterwegs, als eine Lawine abging. Peter Stiefl, damals 47 Jahre alt, kam dabei ums Leben. Zeitgenössische Berichte aus der Radsportszene beschreiben, dass sich der Unfall in unmittelbarer Nähe seiner Frau ereignete.
Susi Dahlmeier und die Verbindung zu Laura Dahlmeier
Susi Dahlmeier, geboren 1971, war ebenfalls eine Mountainbikerin der frühen Weltcup-Jahre und arbeitet heute als Goldschmiedin. Ihre Tochter Laura, zweifache Biathlon-Olympiasiegerin, kam am 28. Juli 2025 bei einem Bergunglück am Laila Peak im pakistanischen Karakorum ums Leben.
Die Verbindung zwischen den Familien Buchwieser und Dahlmeier lässt sich über mehrere unabhängige Quellen nachvollziehen, darunter die Wikipedia-Einträge zu beiden Sportlerinnen sowie Radsport-Fachdatenbanken. In der Berichterstattung über die Biathletin wird sie meist nur am Rande erwähnt.
Die Familie im Überblick:
- Regina Stiefl, geboren 1966, ehemalige Weltcup-Siegerin im Downhill
- Susi Dahlmeier, geboren 1971, ihre jüngere Schwester und ebenfalls ehemalige Mountainbike-Profi
- Peter Stiefl, ihr Ehemann, gestorben 2009 bei einem Lawinenunglück am Laber
- Laura Dahlmeier, Susis Tochter und ihre Nichte, gestorben 2025 am Laila Peak in Pakistan
Weder nach dem Tod von Peter Stiefl im Jahr 2009 noch nach dem Tod von Laura Dahlmeier im Jahr 2025 ist eine öffentliche Stellungnahme von Regina Stiefl bekannt. Beide Verluste hat die Familie bislang ohne öffentliche Worte getragen.
Was über ihr heutiges Leben bekannt ist
Öffentlich sichtbar ist sie seit dem Ende ihrer sportlichen Karriere kaum noch. Bekannt ist, dass sie danach als Stylistin arbeitete. Zu ihrem aktuellen Beruf und Wohnort gibt es keine verlässlichen, aktuellen Angaben aus seriösen Quellen, weshalb Behauptungen dazu im Netz mit Vorsicht zu lesen sind.
Eine Familie zwischen Erfolg und Verlust
Inzwischen ist gut ein Jahr seit dem Tod von Laura Dahlmeier vergangen. Regina Stiefl war in einer damals noch kleinen Sportart eine der besten Fahrerinnen der Welt, ihre Nichte wurde mit olympischem Gold zu einer der bekanntesten Sportlerinnen Deutschlands. Beide Karrieren gehen auf dieselbe Familie im Werdenfelser Land zurück, eine Familie, die dem Bergsport ihre größten Erfolge und ihre schwersten Verluste gleichermaßen verdankt.
Quellen und weiterführende Informationen:

