Otto Riewoldt: Mehr als nur Sabine Postels Ehemann

Otto Riewoldt beschrieb in seinem Buch über die Hotels des amerikanischen Designers Ian Schrager ein Hotelfoyer als ersten Akt eines Theaterstücks. Jahre zuvor hatte derselbe Autor für die Fachzeitschrift „Theater heute“ mit DDR-Regisseuren über die Lage des Bühnengeschehens in Ostberlin gesprochen. Zwischen diesen beiden Stationen liegt eine Karriere, die in den meisten Texten über ihn kaum vorkommt, weil er dort fast ausschließlich als Ehemann der Schauspielerin Sabine Postel auftaucht.



Otto Riewoldt im Überblick

AngabeInformation
Voller NameDr. Otto F. Riewoldt
Geboren8. Oktober 1950
Gestorben15. Januar 2003 in Köln
BerufLiteraturwissenschaftler, Journalist, Architektur- und Designautor
Bekannt durchBücher über Hotel-, Büro- und Ladenarchitektur
EhefrauSabine Postel, verheiratet seit 1991
SohnMoritz Riewoldt, geboren 1992, heute Regisseur
TodesursacheLungenkrebs

Die Jahre als Theaterkritiker in der geteilten Republik

Wer sich durch Riewoldts frühe Veröffentlichungen liest, findet einen Autor, der sich mit der Rezeption westdeutscher Theaterstücke in der DDR beschäftigte. Er schrieb über den Dramatiker Rolf Hochhuth, gab 1985 einen Materialienband zu Franz Xaver Kroetz beim Suhrkamp Verlag heraus und führte für „Theater heute“ Gespräche mit ostdeutschen Regisseuren wie Friedo Solter. Es war anspruchsvolle, politisch geprägte Kulturkritik, entstanden in einem Land, das noch geteilt war.

Der Wechsel in die Architektur und Designbranche

Riewoldt übernahm die Redaktion der deutschen Designzeitschrift „Ambiente“ und arbeitete anschließend als freier Journalist sowie als Berater für Architektur und Design bei mehreren europäischen Unternehmen. Diese Station beschreibt der Verlag Laurence King Publishing in der Ausgabenbeschreibung zu seinem Buch „New Office Design“, wie dort nachzulesen ist. In den meisten Artikeln über ihn taucht sie dagegen gar nicht auf.

Von dieser Redaktionsstelle aus baute er sich innerhalb weniger Jahre eine internationale Autorenkarriere auf. Zu seinen Büchern zählen:

  • „New Office Design“ (1994), mit Projekten unter anderem von Norman Foster, Frank Gehry und Michael Graves
  • „Bauten für die Zukunft“, im englischen Original als „Intelligent Spaces: Architecture for the Information Age“ erschienen (1997)
  • „Hotel Design“ (1998), gemeinsam mit Albrecht Bangert
  • „Retail Design“ (2000)
  • „New Hotel Design“
  • „Light Years: The Zumtobel Story 1950 bis 2000“

Zusätzlich gab er mehrere Ausgaben des „Jahrbuchs der Innenarchitektur“ heraus und kuratierte Ausstellungen im In und Ausland. Wer diese Bücher nebeneinanderlegt, erkennt ein Muster. Riewoldt fragte bei Gebäuden dasselbe, was er zuvor bei Theaterstücken gefragt hatte: wie ein Raum sein Publikum führt und wo die Spannung liegt.

Sabine Postel und die Ehe mit Otto Riewoldt

In dieselbe Zeit fiel auch eine private Wendung. Sabine Postel, damals bereits durch die Serie „Nicht von schlechten Eltern“ bekannt, lernte Riewoldt 1990 an einem Flughafen kennen. Ein Jahr später heirateten die beiden, wie es die Wikipedia-Biografie der Schauspielerin dokumentiert. 1992 kam der gemeinsame Sohn Moritz zur Welt, der heute selbst als Regisseur arbeitet.

Die Familie lebte über weite Strecken zurückgezogen. Öffentliche Auftritte des Paares, etwa beim Deutschen Fernsehpreis oder auf gemeinsamen Reisen nach Südafrika, sind vor allem durch Fotoagenturen wie Getty Images dokumentiert, kaum durch ausführliche Interviews.

Riewoldts Erkrankung und Tod im Januar 2003

Im Sommer 2002 machte Sabine Postel die Krebserkrankung ihres Mannes öffentlich. Die Diagnose war bei einer Routineuntersuchung gestellt worden, obwohl Riewoldt nach eigenen Angaben nie geraucht hatte. Er unterzog sich einer Chemotherapie an der Uniklinik Essen, das Paar zeigte sich zu diesem Zeitpunkt zuversichtlich.

Am 15. Januar 2003 starb Otto Riewoldt in Köln im Alter von 52 Jahren. Die Beerdigung fand am 24. Januar 2003 auf dem Kölner Westfriedhof statt, wie eine zeitgenössische Bildunterschrift von Getty Images festhält. Sabine Postel, Sohn Moritz und ihr Vater Kurt Postel nahmen daran teil.

In einem Gespräch mit der „Berliner Tageszeitung“, aus dem das Magazin Promipool zitiert, beschrieb Postel Jahre später die Zeit nach seinem Tod als unglaublich schmerzhaft. Sie betonte zugleich, Otto bleibe bis heute ein fester Bestandteil der Familie.

Häufige Fragen zu Otto Riewoldt

Wer war Otto Riewoldt?

Otto Riewoldt war ein deutscher Literaturwissenschaftler und Journalist. In den Siebzigerjahren beschäftigte er sich mit DDR-Theaterkritik, später wurde er als Autor internationaler Architektur- und Designbücher bekannt.

Woran ist Otto Riewoldt gestorben?

Er starb am 15. Januar 2003 in Köln an Lungenkrebs, nachdem die Erkrankung im Sommer 2002 bei einer Routineuntersuchung festgestellt worden war.

War Otto Riewoldt mit Sabine Postel verheiratet?

Ja. Die beiden heirateten 1991, nachdem sie sich 1990 kennengelernt hatten. Gemeinsam haben sie einen Sohn, Moritz Riewoldt, geboren 1992.

Welche Bücher hat Otto Riewoldt geschrieben?

Zu seinen bekanntesten Werken zählen „New Office Design“, „Retail Design“, „New Hotel Design“ sowie „Light Years: The Zumtobel Story 1950 bis 2000“. Zusätzlich gab er mehrere Ausgaben des „Jahrbuchs der Innenarchitektur“ heraus.

Unter dem Namen Otto F. Riewoldt finden sich seine Bücher bis heute in deutschen Antiquariatskatalogen, oft noch mit Originalschutzumschlag und Verlagsangaben aus den Neunzigerjahren.

Marco Koehler
Marco Koehlerhttps://newzire.de/
Ich bin Marco Koehler, Journalist aus Berlin und Gründer von Newzire. Mein Handwerk habe ich in den Redaktionen mehrerer lokaler und regionaler Verlage gelernt, wo ich rund acht Jahre lang in nahezu jedem Ressort gearbeitet habe, von Kommunalpolitik und Gerichtsberichten über Wirtschaft und Sport bis zu Reportagen über bekannte Persönlichkeiten. Bei Newzire setze ich diese Bandbreite fort: Politik und Wirtschaft, Sport und Tagesaktuelles aus Deutschland und der Welt, dazu Society und Boulevard, Lifestyle, Kultur und die gesellschaftlichen Debatten, die das Land gerade beschäftigen. Die Seite ist am 14. Mai 2026 online gegangen. Ich verantworte sie als Chefredakteur und Hauptautor, unterstützt von einem festen Team aus Redakteurinnen, Redakteuren und Rechercheuren, die Quellen prüfen und Fakten gegenlesen, bevor ein Beitrag erscheint. Mein Grundsatz beim Schreiben ist über die Jahre der gleiche geblieben: erst die Quelle, dann die Geschichte.

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