Nik Niethammer: Karriere, Ehe und Alter im Überblick

Nik Niethammer pendelt seit gut elf Jahren zwischen zwei Ländern. Unter der Woche Redaktionsalltag in Zürich, am Wochenende Familie im deutschen Freiburg im Breisgau. Der Rhythmus begann im Dezember 2014, als er die Chefredaktion des Schweizer Elternmagazins Fritz+Fränzi übernahm, das im Sommer 2026 sein 25-Jahr-Jubiläum feiert.

Wer nach seinem Namen sucht, findet meist diese Version der Geschichte: ein Journalist, der nach Jahren im Fernseh- und Boulevardgeschäft endlich zur Ruhe gekommen ist. Ganz stimmt das nicht. Ein Teil der Geschichte fehlt.



Herkunft und beruflicher Werdegang

Er wurde am 8. Februar 1962 in Solothurn geboren und ist heute 64 Jahre alt. Aufgewachsen ist er in St. Gallen, wo er 1981 sein Handelsdiplom machte. Seither ist er ununterbrochen in der Schweizer Medienbranche unterwegs, zuerst in der Wirtschaftsredaktion des Tages-Anzeigers, dann beim Schweizer Fernsehen DRS, als Reporter bei der Schweizer Illustrierten und als Videojournalist bei TeleZüri, dem ersten privaten Lokalsender der Schweiz. Laut Wikipedia folgten danach Stationen bei Tele24, Blick, Sat.1 in Berlin und ein zweites Mal bei der Schweizer Illustrierten.

Die Stationen im Überblick

Die Liste seiner Positionen zeigt ein anderes Bild als das einer ruhigen Aufwärtskarriere:

  • 1995: Chefredaktor, Programmleiter und Mitglied der Geschäftsführung bei TeleZüri
  • 1998: Programmleiter und Mitglied der Geschäftsführung von Tele24
  • 1999: Mitglied der Chefredaktion bei Blick
  • 2004: Bereichsleiter Magazine bei Sat.1 in Berlin
  • Oktober 2007: Chefredakteur bei Sat.1
  • Ende 2007: Sat.1 baut die Geschäftsführung um, er verlässt den Sender
  • Dezember 2008: Chefredaktor der Schweizer Illustrierten, als Nachfolger von Dominic Geisseler
  • Ende August 2011: Ringier trennt sich von ihm, offiziell wegen unterschiedlicher Vorstellungen über die künftige Ausrichtung des Magazins
  • März 2013: Chefredaktor bei Radio 1 in Zürich
  • Ende November 2013: Austritt bei Radio 1, nach nicht einmal einem Jahr
  • Seit Dezember 2014: Chefredaktor bei Fritz+Fränzi

Zwei dieser Wechsel gingen nicht auf seinen eigenen Wunsch zurück.

Der kurze Abstecher zum Radio

Der Fall Radio 1 ist der offenste Moment in seiner ganzen Laufbahn. Als er den Sender von Roger Schawinski Ende 2013 wieder verliess, wurde er in einer Mitteilung mit einem ungewöhnlich direkten Satz zitiert, dokumentiert von persoenlich.com: „In den letzten Wochen habe ich gemerkt, dass Radio nicht mein Medium ist.“ Ein Chefredaktor gibt das selten öffentlich zu. Die Trennung sei einvernehmlich gewesen, hiess es damals. Danach arbeitete er ein Jahr als freier Journalist und Autor, bevor Fritz+Fränzi kam.

Über elf Jahre an der Spitze von Fritz+Fränzi

Das Elternmagazin wurde 2001 von Ellen Ringier gegründet und gehört zur Stiftung Elternsein. Es schreibt über Erziehung, Schule, Pubertät und Familienalltag, populärwissenschaftlich aufbereitet für Eltern schulpflichtiger Kinder. Im Gespräch mit matthiaszehnder.ch beschreibt Niethammer seine feste Überzeugung, dass Journalistinnen und Journalisten gut daran tun, Menschen zu mögen und sich für sie zu interessieren. Es ist die bislang längste Station seiner Karriere.

Der Streit um Inside Paradeplatz

Ganz reibungslos verlief auch diese Zeit nicht. Im Herbst 2021, zum 20-Jahr-Jubiläum von Fritz+Fränzi, veröffentlichte der Journalist Beni Frenkel auf der Plattform Inside Paradeplatz einen kritischen Text über das Magazin, unter anderem mit dem Vorwurf marktwidrigen Verhaltens wegen der Gratisauflage. Die Stiftung Elternsein verlangte daraufhin eine Gegendarstellung in elf Punkten und prüfte laut Medienwoche rechtliche Schritte. Der Fritz+Fränzi Chefredaktor wurde deutlich: „Der Text strotzt vor Unwahrheiten, Behauptungen und Mutmassungen.“ Auffällig dabei: Frenkel erwähnte in seinem Artikel nicht, dass er selbst gelegentlich für das konkurrierende Magazin Wir Eltern schreibt.

Familie: Ehe mit Tamina Kallert

Niethammer ist mit der deutschen Journalistin und Fernsehmoderatorin Tamina Kallert verheiratet, unter anderem bekannt aus der Reisesendung Wunderschön!. Das Paar hat zwei Kinder, einen 16-jährigen Sohn und eine 14-jährige Tochter, wie er selbst im Interview mit matthiaszehnder.ch erzählte. Kallert wurde in Freiburg im Breisgau geboren, dorthin zog die Familie 2014, als er die Stelle bei Fritz+Fränzi antrat. Im Netz kursieren vereinzelt Gerüchte über eine Scheidung des Paares, belegt sind diese nirgends. Wikipedia führt die Ehe bis heute als bestehend, und öffentliche Auftritte beider in den vergangenen Jahren zeigen keinerlei Hinweise auf eine Trennung.

Seine Redaktion berät Eltern regelmässig zu Präsenz, Verlässlichkeit und Alltagsstruktur. Er selbst pendelte über ein Jahrzehnt zwischen zwei Städten, seine Frau war als Reisejournalistin einen Grossteil des Jahres unterwegs.

Eine Bilanz nach über einem Jahrzehnt

Eine Handvoll Chefredaktionen in gut zwei Jahrzehnten, zwei davon nicht auf eigenen Wunsch beendet, dazwischen ein Jahr als freier Journalist. Mittendrin die längste, ruhigste Station seiner Laufbahn, ausgerechnet bei einem Magazin, das sich mit dem beschäftigt, was in seiner eigenen Karriere selten vorkam: Beständigkeit.

Ob ihm dieser Kontrast selbst auffällt, ist nicht bekannt. In keinem der öffentlich zugänglichen Interviews wurde er bislang danach gefragt.

Marco Koehler
Marco Koehlerhttps://newzire.de/
Ich bin Marco Koehler, Journalist aus Berlin und Gründer von Newzire. Mein Handwerk habe ich in den Redaktionen mehrerer lokaler und regionaler Verlage gelernt, wo ich rund acht Jahre lang in nahezu jedem Ressort gearbeitet habe, von Kommunalpolitik und Gerichtsberichten über Wirtschaft und Sport bis zu Reportagen über bekannte Persönlichkeiten. Bei Newzire setze ich diese Bandbreite fort: Politik und Wirtschaft, Sport und Tagesaktuelles aus Deutschland und der Welt, dazu Society und Boulevard, Lifestyle, Kultur und die gesellschaftlichen Debatten, die das Land gerade beschäftigen. Die Seite ist am 14. Mai 2026 online gegangen. Ich verantworte sie als Chefredakteur und Hauptautor, unterstützt von einem festen Team aus Redakteurinnen, Redakteuren und Rechercheuren, die Quellen prüfen und Fakten gegenlesen, bevor ein Beitrag erscheint. Mein Grundsatz beim Schreiben ist über die Jahre der gleiche geblieben: erst die Quelle, dann die Geschichte.

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