Jan Kerhart, 66, ist Kameramann, Produzent und Regisseur und seit 1994 mit der Fernsehmoderatorin Sandra Maischberger verheiratet. Der gebürtige Prager gründete mit ihr im Jahr 2000 die Produktionsfirma, die seit 2019 Vincent Productions heißt. Zu seinen jüngsten belegten Arbeiten zählen die Komödie „Überleben in Brandenburg“ (Kinostart am 11. April 2024), bei der er Kamera und Produktion übernahm, und die ZDF-Dokumentation „Zwei Leben in Deutschland“ über Hans Rosenthal (7. April 2025).
Inhaltsverzeichnis
Eckdaten zur Person
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Name | Jan Kerhart |
| Geboren | 2. September 1960 in Prag |
| Alter | 66 Jahre |
| Staatsangehörigkeit | deutsch-tschechisch |
| Beruf | Kameramann, Produzent, Regisseur |
| Studium | Karls-Universität Prag, bis 1983 |
| Ehe | seit 1994 mit Sandra Maischberger |
| Kind | Sohn Samuel, geboren 2007 |
| Firma | Vincent Productions, Büros in Berlin und Hamburg |
| Auszeichnung | Goldene Kamera 2008, Kategorie „Beste Information“, mit Maischberger |
| Wohnort | Berlin |
Ehe mit Sandra Maischberger und die gemeinsame Firma
Kennengelernt haben sich die beiden 1993 bei einem Dreh für Spiegel TV in Auschwitz, so berichten t-online und Joyn. Kurz darauf stellten sie nach der Darstellung von Joyn fest, dass sie denselben Plan hatten: eine ausgedehnte Reise. Beide kündigten ihre Jobs und waren acht Monate gemeinsam unterwegs. 1994 heirateten sie. Dass sie verheiratet sind, wurde laut news.de erst 2007 bekannt, nach der Geburt ihres Sohnes Samuel.
Über ihren Mann sprach Maischberger 2020 mit der „Bunten“. Joyn gibt daraus diese Sätze wieder:
„Wenn er dreht, ist er zwei, drei Wochen weg. Aber wenn er da ist, schmeißt er den Laden.“
An anderer Stelle zitiert Joyn sie mit den Worten: „Er ist ein Abenteurer und ein absoluter Familienmensch.“ Die Familie lebt in Berlin.
Die gemeinsame Firma entstand im Jahr 2000 als Vincent Television und heißt seit 2019 Vincent Productions GmbH. Joyn nennt Kerhart seit mehr als 25 Jahren auch Maischbergers Geschäftspartner. Die Talkshow „maischberger“ ist eine Gemeinschaftsproduktion der ARD, hergestellt vom WDR in Zusammenarbeit mit Vincent Productions. Zu den Kinodokumentarfilmen der Firma zählt „Riefenstahl“ von Andres Veiel, der am 29. August 2024 in Venedig Premiere hatte. Produzentin ist Maischberger.
Vom Studium in Prag zur Kamera
Nach Angaben der deutschsprachigen Wikipedia studierte Kerhart bis 1983 an der Prager Karls-Universität. 1985 begann er als freier Kameramann in der Bundesrepublik. Aufträge führten ihn auch nach Jerusalem, London, Brüssel und in die USA. Von 1988 bis 1994 war er geschäftsführender Gesellschafter der Firma Spectrafilm. Chefkameramann war er unter anderem bei „Spiegel TV Interview“. Crew United nennt Tschechisch, Englisch und Deutsch als seine Sprachen.
Ein Interview, in dem der Kameramann selbst über seine Laufbahn spricht, war in den zugänglichen Quellen nicht zu finden. Joyn schreibt, das Paar halte sein Privatleben weitgehend aus der Öffentlichkeit heraus. Zu seinem Wechsel von Prag in die Bundesrepublik 1985 gibt es nur die knappen Angaben der Wikipedia.
Die Arbeiten im Überblick
Das Branchenportal filmportal führt Kerhart als Kameramann, Regisseur, Produzenten und Darsteller. Die Funktionen in der folgenden Auswahl stammen aus filmportal, von fernsehserien.de und aus Verleiherangaben.
| Jahr | Titel | Funktion | Hinweis |
|---|---|---|---|
| 2002 | Es ist 20 Uhr … Die Tagesschau wird 50 | Regie | ARD, erstmals gesendet am 26. Dezember 2002 |
| 2009 | Schabowskis Zettel | Kamera | über die Nacht des Mauerfalls |
| 2014 | Ein blinder Held | Kamera | über Otto Weidt |
| 2019 | Auf den Spuren von Cesária Évora | Regie | über die Musik der Kapverden |
| 2023 | Überleben in Brandenburg | Kamera, Produktion | Kinostart am 11. April 2024 |
| 2025 | Zwei Leben in Deutschland | Kamera | ZDF, 7. April 2025 |
Mehrere dieser Titel greifen deutsche Zeitgeschichte auf, ebenso „Der gute Göring“, bei dem fernsehserien.de ihn als Kameramann führt. Auch bei Dokureihen steht er dort in den Kameracredits, etwa bei „Am Kap der wilden Tiere“ (2015), „Am Schwarzen Meer“ (2019) und „Das Königreich Jordanien“ (2023).
Goldene Kamera 2008 für „Helmut Schmidt außer Dienst“
Die Goldene Kamera 2008 in der Kategorie „Beste Information“ verzeichnet die Preisträgerliste des Veranstalters für Sandra Maischberger „mit Jan Kerhart“, ausgezeichnet wurde die Dokumentation „Helmut Schmidt außer Dienst“. Die Wikipedia führt den Film mit dem Jahr 2007. Welche Aufgabe Kerhart dabei hatte, nennt die Liste nicht.
Regie: vom Tagesschau-Film zu den Kapverden
Für die ARD inszenierte Kerhart 2002 „Es ist 20 Uhr … Die Tagesschau wird 50“. filmportal führt die 60 Minuten lange Produktion als Fernsehdokumentarfilm mit Spielhandlung. 2019 folgte „Auf den Spuren von Cesária Évora“, ein Film über die Musik der Kapverden, die Évora Anfang der 1990er-Jahre international bekannt machte. Der Verleiher autentic listet einen weiteren, 90 Minuten langen Film von Kerhart und Ulrich Stein: „Sound of Cabo Verde“. Er lief 2023 und 2024 in der offiziellen Auswahl der Festivals Logcinema und Doc. Coimbra.
Die ZDF-Dokumentation über Hans Rosenthal
Das ZDF zeigte „Zwei Leben in Deutschland“ am 7. April 2025 in der Reihe Terra X History, fünf Tage nach dem 100. Geburtstag von Hans Rosenthal. Der „Dalli Dalli“-Quizmaster musste als jüdischer Jugendlicher im Versteck um sein Leben bangen, so beschreibt es der Sender. Die Dokumentation begleitete den Fernsehfilm „Rosenthal“, der am selben Abend lief. Als Kameramann führen Kerhart Crew United und fernsehserien.de, die Regie hatte laut Crew United Kai Christiansen.
„Überleben in Brandenburg“: Kamera und Produktion
In der Komödie von Zoltan Paul und Ben von Grafenstein verliert ein Autorenfilmer die Finanzierung für sein Projekt und versucht, im Wahlkampf seines Dorfes einen rechten Bürgermeisterkandidaten zu verhindern. Der Film dauert 82 Minuten. Er feierte am 26. Oktober 2023 bei den Hofer Filmtagen Premiere, so verzeichnet es filmportal.
Kerhart war Kameramann und, neben Clementina Hegewisch, Produzent. Hergestellt wurde der Film von Nextfilm und Vincent Productions. Im Material des Verleihers UCM.ONE schreiben die Regisseure, sie hätten ihn mit Unterstützung von Hegewisch, Vincent TV, Kerhart und Maischberger neu geschnitten und ein wenig nachgedreht. Rund zehn Monate nach dem Kinostart hatte die Komödie beim Sedona International Film Festival in Arizona ihre internationale Premiere, wie UCM.ONE meldet.

