Helga Piur mit 87: Gesundheit, Ehemänner und Rollen

Die Schauspielerin Helga Piur, geboren am 24. Mai 1939 in Berlin, wurde im DDR-Fernsehen als „Häppchen“ in der Serie „Zahn um Zahn“ zum Publikumsliebling. Im April 2026 berichtete die damals 86-Jährige der SuperIllu von einem Zusammenbruch mit Herzrasen Ende März und lag im Krankenhaus. „Ich weiß nicht, was mir fehlt“, sagte sie laut t-online. Am 24. Mai 2026 wurde sie 87.

Neuere Berichte über ihren Gesundheitszustand lagen der Redaktion bis zum 1. November 2026 nicht vor. Als Schauspielerin ist sie laut t-online nicht mehr aktiv.



Steckbrief der Schauspielerin

AngabeDetails
NameHelga Piur, Ehename Piur-Stahnke
Geboren24. Mai 1939 in Berlin
Alter87 Jahre
BerufSchauspielerin, Synchron- und Hörspielsprecherin
Bekannt aus„Zahn um Zahn“ (1985 bis 1988), „Neumann, zweimal klingeln“ (Radio DDR)
EhemännerGert Andreae (gestorben 1972), Günter Stahnke (gestorben 2018)
WohnortFredersdorf-Vogelsdorf, Brandenburg
AuszeichnungenFernsehliebling 1986 und 1987
Autobiografie„Ein Häppchen von mir“ (Das Neue Berlin, März 2009)

„Zahn um Zahn“: Die Serie, die Piur im DDR-Fernsehen bekannt machte

Von 1985 bis 1988 spielte Piur die Sprechstundenhilfe Victoria Happmeyer, genannt Häppchen, an der Seite von Alfred Struwe als Zahnarzt Dr. Wittkugel. Gedreht wurde in Adlershof. Ursprünglich waren sieben Folgen geplant, aber Zuschauer schrieben, die Serie müsse weitergehen, erzählte Piur 2019 der dpa. So wurden daraus 21 Folgen in drei Staffeln.

Den Erfolg führt sie darauf zurück, dass Häppchen für die Sehnsucht nach Liebe und nach Verstandenwerden stehe. 1986 und 1987 wurde sie zum Fernsehliebling gekürt, dazu nennt die DEFA-Stiftung in ihrer Biografie zwei Goldene und zwei Silberne Lorbeeren. Den Dutt der Figur trug sie 2019 noch immer.

RTL wollte die Serie übernehmen und schnitt die 21 Folgen zu 46 kürzeren. Die Hauptdarsteller durften drei Tage nach Köln reisen und bekamen je 150 DM, was Piur im selben Gespräch „beschämend“ nannte. An ein Bleiben im Westen habe sie nie gedacht, sagte sie dem Berliner Kurier: Das wäre „Verrat an meinem Publikum gewesen“.

Die Ehemänner von Helga Piur: Gert Andreae und Günter Stahnke

Piur war zweimal verheiratet, mit dem Schauspieler Gert Andreae und dem Regisseur Günter Stahnke.

Gert Andreae: die erste Ehe

Gert Andreae (1927 bis 1972) spielte am Deutschen Theater. Als er 1970 an Krebs erkrankte, gab Piur nach Angaben der DEFA-Stiftung ihren Fernsehvertrag auf, um ihn zu pflegen. Er starb am 2. Oktober 1972 mit 45 Jahren, danach pausierte sie zwei Jahre.

Günter Stahnke: der Regisseur, den die DEFA 1966 entließ

Stahnkes Laufbahn bei der DEFA endete im Februar 1966 mit einer fristlosen Entlassung. Der Filmhistoriker Günter Agde hat den Fall im Filmblatt dokumentiert. Stahnke, Jahrgang 1928, schrieb ab 1954 Filmkritiken für die „Junge Welt“ und arbeitete dann als Regieassistent, unter anderem bei Konrad Wolf und 1960 bei „Wo der Zug nicht lange hält“, Piurs erstem DEFA-Film.

ZeitpunktEreignis
1962Stahnkes Fernsehspiel „Monolog für einen Taxifahrer“ wird nicht gesendet
März 1963Kritik auf der SED-Kulturkonferenz, Stahnke übt Selbstkritik
November 1965„Der Frühling braucht Zeit“ wird in Ost-Berlin uraufgeführt und wenige Tage später aus dem Verleih genommen
7. Februar 1966Studiodirektor Albert Wilkening entlässt ihn fristlos, als ersten Spielfilmregisseur des DEFA-Studios
Juli 1966Das Studio bleibt bei der Entscheidung und empfiehlt ihm, sich „einer anderen aufbauenden Tätigkeit zuzuwenden“
1974Heirat mit Piur
11. November 2018Stahnke stirbt mit 90 Jahren

Stahnke klagte gegen die Entlassung. Später inszenierte er Operetten am Theater und kehrte zum Fernsehen der DDR zurück, für das er über Jahrzehnte Komödien und Schwänke drehte. Laut Agde fanden sie großen Zuspruch beim Publikum. In „Der Frühling braucht Zeit“ hatte seine erste Frau, die Schauspielerin Doris Abeßer, die Rolle der Inge Solter.

Die Ehe von 1974 bis 2018

Piur und Stahnke heirateten 1974 und blieben bis zu seinem Tod am 11. November 2018 verheiratet, 44 Jahre lang. Über den Verlust sagte Piur 2019 der dpa:

„Wer geht, nimmt die Hälfte von einem mit.“

Der SuperIllu erzählte sie kurz nach seinem Tod, er sei ein intelligenter Mann gewesen. Die Ehe sei nicht immer einfach gewesen, weil beide extrovertiert und impulsiv gewesen seien.

Die abgelehnte Gastrolle bei „In aller Freundschaft“

Zu Piurs 80. Geburtstag am 24. Mai 2019, gut ein halbes Jahr nach Stahnkes Tod, war eine Gastrolle in der ARD-Krankenhausserie „In aller Freundschaft“ vorgesehen. Im Drehbuch stand laut Berliner Kurier eine Blumenverkäuferin mit drei Sätzen. Piur sagte ab. Der „Bild“ erklärte sie, so der Kurier, sie wolle nicht als Statistin in Erinnerung bleiben. Im Juli 2025 schrieb die Zeitung, sie wünsche sich eine Rolle mit viel Herz, etwa in einem Rosamunde-Pilcher-Film.

Piurs Biografie: Vom Kinderchor zum DDR-Fernsehen

Helga Piur wurde als jüngstes von sechs Kindern geboren. Als sie fünf war, starb ihre Mutter, und sie wuchs bei der Schwester ihres Vaters und deren Mann auf. Als Kind sang sie im Rundfunk-Kinderchor, später arbeitete sie als Sekretärin im Dietz Verlag. Mehrere Schauspielschulen lehnten sie ab, also nahm sie privaten Unterricht bei Eduard von Winterstein. Der erwähnte seine Schülerin in der Jugendzeitschrift „Neues Leben“, worauf das Fernsehen der DDR sie unter Vertrag nahm.

Ab 1959 gehörte sie zum Ensemble des Deutschen Fernsehfunks, zunächst in Sendungen rund um „Unser Sandmännchen“. Lange besetzte man sie als Tochter, weil sie so jung wirkte, sagte sie der dpa. Von 1967 bis 1982 war sie im Radio die Brigitte Neumann in „Neumann, zweimal klingeln“, in DDR-Synchronfassungen sprach sie Brigitte Bardot, etwa in „Die Novizinnen“. Zu einem Treffen mit Bardot kam es nach Piurs Worten nie.

Im „Großstadtrevier“ spielte sie die Prostituierte Hermine und nannte Jan Fedder einen „tollen Kollegen“. Rund 20 Jahre trat sie im MDR als Frau Holle neben Frank Schöbel auf, schreibt der Berliner Kurier. Rund 300 Rollen hat sie gespielt.

Filmografie im Überblick

JahrTitelHinweis
1960Wo der Zug nicht lange hälterster DEFA-Film
1967 bis 1982Neumann, zweimal klingelnRadio-Serie, Radio DDR
1974Orpheus in der UnterweltFilm
1976Heimkehr in ein fremdes LandFilm
1979Marta, MartaFilm
1985 bis 1988Zahn um ZahnHäppchen, 21 Folgen
1990Klein, aber CharlotteSerie, sieben Folgen
1991AerolinaHauptrolle laut Berliner Kurier
1995Kanzlei BürgerARD-Serie, besetzt von Heiner Carow
2001Das WeibernestFernsehfilm

Häufige Fragen zur Schauspielerin

Wie alt ist Helga Piur?

Sie wurde am 24. Mai 1939 in Berlin geboren und am 24. Mai 2026 87 Jahre alt.

Wer waren die Ehemänner von Helga Piur?

Gert Andreae (1927 bis 1972) und Günter Stahnke (1928 bis 2018). Mit Stahnke war sie von 1974 bis zu seinem Tod verheiratet.

Hat Helga Piur Kinder?

Die DEFA-Stiftung nennt eine Tochter, Beatrice.

Wo lebt Helga Piur?

In Fredersdorf-Vogelsdorf im Landkreis Märkisch-Oderland in Brandenburg. 2019 sagte sie der dpa, sie lebe allein in einem großen Haus mit viel Land.

Wie geht es Helga Piur?

Im April 2026 lag sie nach einem Zusammenbruch im Krankenhaus. Spätere Berichte lagen der Redaktion bis zum 1. November 2026 nicht vor.

Marco Koehler
Marco Koehlerhttps://newzire.de/
Ich bin Marco Koehler, Journalist aus Berlin und Gründer von Newzire. Mein Handwerk habe ich in den Redaktionen mehrerer lokaler und regionaler Verlage gelernt, wo ich rund acht Jahre lang in nahezu jedem Ressort gearbeitet habe, von Kommunalpolitik und Gerichtsberichten über Wirtschaft und Sport bis zu Reportagen über bekannte Persönlichkeiten. Bei Newzire setze ich diese Bandbreite fort: Politik und Wirtschaft, Sport und Tagesaktuelles aus Deutschland und der Welt, dazu Society und Boulevard, Lifestyle, Kultur und die gesellschaftlichen Debatten, die das Land gerade beschäftigen. Die Seite ist am 14. Mai 2026 online gegangen. Ich verantworte sie als Chefredakteur und Hauptautor, unterstützt von einem festen Team aus Redakteurinnen, Redakteuren und Rechercheuren, die Quellen prüfen und Fakten gegenlesen, bevor ein Beitrag erscheint. Mein Grundsatz beim Schreiben ist über die Jahre der gleiche geblieben: erst die Quelle, dann die Geschichte.

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