Wer ist Mishel Gerzig? Vom Marinekommando zur Frau von Courtois

Im November 2025 erzählte das israelische Model Mishel Gerzig der Nachrichtenseite Ynet, dass ihr eine Einladung zu einer Veranstaltung wieder entzogen wurde, nachdem die Organisatoren erfahren hatten, dass sie Israelin ist. Man wolle niemanden provozieren oder verärgern, hieß es zur Begründung. Es ist eine der wenigen öffentlichen Aussagen von Gerzig, die über ihr bekanntes Bild als Ehefrau von Real-Madrid-Torwart Thibaut Courtois hinausgeht und zeigt, wie eng ihre israelische Herkunft mit ihrem Leben in der Öffentlichkeit verknüpft ist.



Wer ist Mishel Gerzig?

Gerzig wurde am 5. Juni 1997 in Tel Aviv geboren. Mit 13 Jahren begann sie als Model zu arbeiten, zunächst in Israel, später international.

  • Vertreten wird sie heute von ITM Models in Israel, NEXT Models in Miami und View Spain
  • In Deutschland steht sie bei der Agentur MGM Models unter Vertrag
  • Zu ihren bisherigen Kampagnen zählen unter anderem GUESS und Coca Cola sowie ein Auftritt für die Harper’s Bazaar Spain

Ein Kommando statt Laufsteg

Bevor sie zum bekannten Gesicht neben einem Fußballtorwart wurde, unterbrach Gerzig ihre Modelkarriere für den Pflichtwehrdienst. Bei der israelischen Marine übernahm sie das Kommando über ein Rettungsschiff. Im Gespräch mit dem Ynet-Magazin Menta beschrieb sie diese Zeit als körperlich wie mental fordernd und als die Phase, in der sie sich am meisten gebraucht fühlte.

Nach dem Ende ihres Dienstes begannen bei Gerzig Panikattacken, wie sie später öffentlich machte. Den Wiedereinstieg ins Modelgeschäft beschrieb sie als schwierig, nachdem der Wehrdienst ihre über Jahre aufgebaute Karriere unterbrochen hatte.

Wie Gerzig und Courtois sich kennenlernten

Anfang 2021 schrieb Thibaut Courtois ihr auf Instagram, aufmerksam geworden durch ein Foto ihres Hundes. Die weitere Entwicklung im Überblick:

  • April 2021: erstes persönliches Treffen in Madrid
  • August 2021: die Beziehung wird öffentlich gemacht
  • Juni 2022: Heiratsantrag während einer Reise an die italienische Amalfiküste
  • 26. Juni 2023: Hochzeit auf dem Château de la Croix des Gardes bei Cannes
  • 30. März 2024: Geburt von Tochter Ellie, dem ersten gemeinsamen Kind
  • 2026: Gerzig spricht in einem Interview davon, dass ein weiteres Kind Thema zwischen ihr und Courtois sei

Courtois hat aus einer früheren Beziehung zwei weitere Kinder. Gerzig hat mehrfach betont, von ihnen als Teil der Familie aufgenommen worden zu sein.

Die plötzliche Aufmerksamkeit nach Bekanntwerden der Beziehung war nicht nur angenehm. Gegenüber dem israelischen Magazin La’Isha äußerte sich Gerzig zu Kritik, die sie damals erreichte, manche unterstellten ihr, die Beziehung diene vor allem der eigenen Bekanntheit. Sie entgegnete, sie habe sich geweigert, für Aufmerksamkeit Dinge zu tun, die sich für sie falsch anfühlten, und verwies darauf, dass sie ihre Modelkarriere bereits lange vor Courtois aufgebaut hatte.

Familienleben zwischen zwei Traditionen

Im Alltag mit Tochter Ellie sprechen Gerzig und Courtois nach eigenen Angaben mehrere Sprachen:

  • Hebräisch
  • Englisch
  • Spanisch
  • Flämisch
  • Französisch

Jüdische und christliche Feiertage werden im Haushalt gemeinsam gefeiert, Chanukka ebenso wie Weihnachten. Vor dem Schabbat spricht Gerzig den Kiddusch, wie sie im israelischen Magazin La’Isha erzählte.

Zwischen Madrid und Tel Aviv

Seit Beginn der Beziehung pendelt Gerzig zwischen Israel und Spanien. Nach dem Angriff vom 7. Oktober 2023 und der Geburt ihrer Tochter wurden ihre Besuche in Israel seltener. Im November 2025 reiste sie nach eigener Aussage zum ersten Mal seit fast einem Jahr wieder nach Hause, ein Besuch, den sie in einem weiteren Gespräch mit Ynet schilderte. Dem spanischen Magazin Hola sagte sie in einem anderen Interview sinngemäß, für sie beginne und ende im Leben letztlich alles bei der Familie, eine Aussage, die zu ihrem Pendeln zwischen zwei Ländern passt.

Sichtbarkeit im WM-Jahr 2026

Israel hat sich nicht für die Fußballweltmeisterschaft 2026 qualifiziert. Trotzdem taucht Gerzig in der Berichterstattung rund um das Turnier immer wieder auf, aus unterschiedlichen Gründen:

  • Das britisch-jüdische Magazin The Jewish Chronicle porträtierte sie im Juni 2026 als eine der wenigen israelischen Personen im Umfeld der WM, da Courtois für Belgien antritt
  • Vogue Singapore nahm sie im Juli 2026 in eine Liste stilprägender Fußballerfrauen auf und beschrieb ihren Look als lässig und durchdacht, mit einer erkennbaren Vorliebe für Overknee-Stiefel
  • Nur kurz danach saß sie in der ersten Reihe bei der Diesel-Schau in Mailand

Zwei Geschichten, die selten zusammen erzählt werden

In Modemagazinen und Society-Berichten erscheint Mishel Gerzig fast ausschließlich als Ehefrau eines Weltklasse-Torwarts. Ihr Kommando über ein Rettungsschiff, die Panikattacken danach und die abgesagte Einladung wegen ihrer Nationalität tauchen dort selten auf. Wer beide Seiten zusammen betrachtet, bekommt ein deutlich vollständigeres Bild einer Frau, deren Weg vor Madrid und dem Laufsteg begann, auf einem Schiff der israelischen Marine.


Quellen: The Jewish Chronicle · Ynetnews · The Times of Israel · MGM Models

Marco Koehler
Marco Koehlerhttps://newzire.de/
Ich bin Marco Koehler, Journalist aus Berlin und Gründer von Newzire. Mein Handwerk habe ich in den Redaktionen mehrerer lokaler und regionaler Verlage gelernt, wo ich rund acht Jahre lang in nahezu jedem Ressort gearbeitet habe, von Kommunalpolitik und Gerichtsberichten über Wirtschaft und Sport bis zu Reportagen über bekannte Persönlichkeiten. Bei Newzire setze ich diese Bandbreite fort: Politik und Wirtschaft, Sport und Tagesaktuelles aus Deutschland und der Welt, dazu Society und Boulevard, Lifestyle, Kultur und die gesellschaftlichen Debatten, die das Land gerade beschäftigen. Die Seite ist am 14. Mai 2026 online gegangen. Ich verantworte sie als Chefredakteur und Hauptautor, unterstützt von einem festen Team aus Redakteurinnen, Redakteuren und Rechercheuren, die Quellen prüfen und Fakten gegenlesen, bevor ein Beitrag erscheint. Mein Grundsatz beim Schreiben ist über die Jahre der gleiche geblieben: erst die Quelle, dann die Geschichte.

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