Lili Engels: ZDF-Moderatorin zwischen WM und großem Ziel

Ein Trainingsplatz in Winston-Salem, wenige Tage vor einem Pflichtspiel der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußball-WM in diesem Sommer. Julian Nagelsmann kam aus der Kabine, das Mikrofon war schon in Position. Die erste Frage galt nicht der Stimmung im Team, sondern der Grundordnung fürs nächste Spiel. Gestellt hat sie Lili Engels, seit einigen Jahren eine der gefragtesten jungen Stimmen im deutschen Sportjournalismus und mittlerweile festes Gesicht beim ZDF.



Kurzbiografie: Herkunft, Studium und erste Stationen

Geboren wurde Engels am 27. Februar 1997 in Hamburg, aufgewachsen mit einem Bruder in einer fußballinteressierten Familie. Nach dem Abitur 2015 studierte sie von 2016 bis 2020 Sportwissenschaft und Philosophie an der Christian-Albrechts-Universität in Kiel.

Die wichtigsten Stationen im Überblick:

  • Praktikum beim Sport-Informationsdienst in Köln, außerdem Texte für die Kieler Nachrichten
  • Weitere Praktika bei SPORT1 in der Redaktion und im Videoteam der Sport Bild
  • Volontariat bei SPORT1 mit Einsätzen bei der Eishockey-WM, EM-Aktuell und der Moderation der Frauen-Bundesliga
  • Seit 2023 beim ZDF, darunter als Moderatorin von „Bolzplatz“ und im ZDF-Mittagsmagazin

Diese Angaben stammen unter anderem aus der offiziellen Biografie des ZDF, die ihren beruflichen Werdegang Jahr für Jahr dokumentiert.

Ihren Einstieg in den Journalismus beschrieb sie selbst so: „Ich bin in einer Journalisten- und fußballverrückten Familie groß geworden.“

Wechsel zum ZDF mitten in einem Umbruch

Ihr Debüt beim ZDF gab sie beim Spiel Eintracht Frankfurt gegen Borussia Mönchengladbach. Der Zeitpunkt war kein Zufall: Der Sender baute sein Reporterteam im Fußball zu dieser Zeit spürbar um, mehrere erfahrene Kolleginnen und Kollegen gingen in den Ruhestand, wie SPORT1 im Zuge der Personalwechsel berichtete. Engels wurde direkt im Kerngeschäft eingesetzt, nicht in einer Nebenrolle.

Die WM 2026: Berichte aus dem deutschen Mannschaftsquartier

In diesem Sommer gehörte sie zum ZDF-Team bei der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko. Mit 29 Jahren war sie die jüngste Moderatorin, die der Sender zu dem Turnier schickte. Einen Schwerpunkt bildete ihre Arbeit rund um das deutsche Mannschaftsquartier in Winston-Salem, wo sie regelmäßig Gespräche mit Bundestrainer Julian Nagelsmann führte, wie sie im Gespräch mit t-online erzählte.

Ein großer Teil der Berichterstattung über diese Wochen drehte sich allerdings nicht um diese Interviews. Fotostrecken zählten sie zu den attraktivsten Moderatorinnen des Turniers, mehrere Boulevardseiten fragten nach ihrem Privatleben. Dazu äußert sie sich öffentlich kaum, das hat sie in Interviews mehrfach deutlich gemacht.

Was Engels selbst über ihre Ziele sagt

Parallel zu dieser Berichterstattung sprach sie in Interviews auffällig oft über etwas anderes: über Taktik, über Interviewführung und über ein berufliches Ziel, das mit Fotostrecken wenig zu tun hat. Gemeint ist „das aktuelle Sportstudio“, das seit 1963 samstagabends im ZDF läuft und als eine der ältesten noch bestehenden Sportsendungen im deutschen Fernsehen gilt. Bekannt ist das Format vor allem für die Torwand, an der geladene Gäste zum Abschluss der Sendung antreten. Im Gespräch mit t-online sagte Engels dazu: „Natürlich ist das Sportstudio unser absolutes Aushängeschild, eine Institution.“

Der Ursprung dieses Wunsches liegt in ihrer Kindheit. Sie ging als Kind mit ihrem Vater ins Stadion, zu Hause lief anschließend regelmäßig das aktuelle Sportstudio, Woche für Woche. Eine Sendung, die sie als Kind vom Sofa aus begleitet hat, möchte sie irgendwann selbst moderieren.

Das unterscheidet sich deutlich von dem Bild, das aktuell über sie kursiert. Die meisten Artikel drehen sich um ihr Auftreten vor der Kamera. Sie selbst spricht in Interviews vor allem über die fachliche Seite ihres Berufs.

Wie es nach der WM weitergeht

Nach dem Ende der Weltmeisterschaft moderiert Engels wieder regelmäßig den Sportteil im ZDF-Mittagsmagazin, dort ist sie bereits seit Oktober 2024 im Einsatz. Dazu kommen Einsätze bei Bundesliga-Übertragungen und beim DFB-Pokal. Eine offizielle Ankündigung, dass sie das aktuelle Sportstudio übernimmt, gibt es bislang nicht. Ihr eigenes Ziel dafür hat sie in Interviews klar benannt, lange bevor die WM überhaupt begann.


Quellen: ZDF Presseportal, t-online, Prisma, SPORT1, Prisma: das aktuelle Sportstudio

Marco Koehler
Marco Koehlerhttps://newzire.de/
Ich bin Marco Koehler, Journalist aus Berlin und Gründer von Newzire. Mein Handwerk habe ich in den Redaktionen mehrerer lokaler und regionaler Verlage gelernt, wo ich rund acht Jahre lang in nahezu jedem Ressort gearbeitet habe, von Kommunalpolitik und Gerichtsberichten über Wirtschaft und Sport bis zu Reportagen über bekannte Persönlichkeiten. Bei Newzire setze ich diese Bandbreite fort: Politik und Wirtschaft, Sport und Tagesaktuelles aus Deutschland und der Welt, dazu Society und Boulevard, Lifestyle, Kultur und die gesellschaftlichen Debatten, die das Land gerade beschäftigen. Die Seite ist am 14. Mai 2026 online gegangen. Ich verantworte sie als Chefredakteur und Hauptautor, unterstützt von einem festen Team aus Redakteurinnen, Redakteuren und Rechercheuren, die Quellen prüfen und Fakten gegenlesen, bevor ein Beitrag erscheint. Mein Grundsatz beim Schreiben ist über die Jahre der gleiche geblieben: erst die Quelle, dann die Geschichte.

Weitere Artikel

Kommentare

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Meistgelesen