Lara Fischer baute vor zehn Jahren das Hochwassermuseum ihres Vaters in Passau mit auf und moderierte über Jahre die Frühsendung bei Unser Radio. Seit 2022 findet sich keine öffentlich dokumentierte Spur mehr von ihr, während ihr Vater Ottfried Fischer in diesem Jahr wieder häufiger in der Öffentlichkeit steht, zuletzt im März beim Starkbieranstich am Nockherberg in München.
Inhaltsverzeichnis
Die wichtigsten Fakten zu Lara Fischer
| Voller Name | Lara Eva Milena Fischer |
| Geboren | 1992 in Passau |
| Vater | Ottfried Fischer, Schauspieler und Kabarettist |
| Mutter | Renate Bairich, Ottfried Fischers erste Ehefrau |
| Ausbildung | Studium der Kulturwirtschaft, Universität Passau |
| Bekannt als | Geschäftsführerin des Hochwassermuseums Passau, frühere Moderatorin bei Unser Radio |
| Letzte dokumentierte öffentliche Aktivität | 2022 |
Wie aus einer Studentin eine Museumschefin wurde
Aufgewachsen ist sie in dem Haus am Unteren Sand 2, das ihrer Familie seit 1956 gehört. Im Juni 2013 stand dort während der Jahrhundertflut das Wasser 1,95 Meter hoch im Erdgeschoss. Den Anstoß, aus einer Flutkatastrophe ein dauerhaftes Museum zu machen, gab öffentlich zuerst der Kunstsammler Reinhold Würth, der im Oktober 2013 gegenüber der Passauer Neuen Presse forderte, die Stadt solle sich ein eigenes Hochwassermuseum einrichten. Ottfried Fischer trug den Gedanken schon länger mit sich und entschied sich schließlich, im Erdgeschoss seines eigenen, von den Großeltern geerbten Hauses ein Museum zu Hochwasser und Solidarität einzurichten.
Umgesetzt wurde das Projekt mit dem Kulturmanager Peter Syr, der zuvor bereits den Brunnen für den „Bullen von Tölz“ in Bad Tölz entworfen hatte. Die Geschäftsführung übernahm die damalige Studentin, auf Vorschlag von Syr. Ursprünglich sollte das Museum ganz ohne öffentliche Gelder auskommen. Der zuständige Kulturausschuss des Passauer Stadtrats stellte einen Antrag auf Investitionszuschuss zunächst zurück, das Konzept sei zu dünn, zu viele Fragen zu laufenden Kosten blieben offen. Am Ende bewilligte die Stadt doch einen einmaligen Zuschuss von 30.000 Euro, bei Gesamtkosten von rund 94.000 Euro. Ottfried Fischer selbst steuerte etwa 25.000 Euro plus weitere 11.000 Euro für die Elektrik bei. Ende September 2016 öffnete das Museum unter dem Namen „Wasser bis zum Hals“ seine Türen.
Ein Satz aus dem Eröffnungsjahr, der heute auf das Museum selbst zutrifft
Noch bevor das Museum überhaupt eröffnet war, sprachen Ottfried und Lara Fischer mit dem Evangelischen Pressedienst (epd) darüber, warum es dieses Haus brauche. Die künftige Museumsleiterin brachte den Kern des Projekts in einem Satz auf den Punkt:
„Mit dem Museum wollen wir erreichen, dass die Solidarität nicht in Vergessenheit gerät.“
Im selben Gespräch berichtete sie, sie selbst bekomme von der damaligen Flüchtlingssituation in Passau trotz ihres Wohnorts wenig mit, weil sich vieles außerhalb der Stadt abspiele, und habe den Eindruck, dass mehr über Geflüchtete geredet als tatsächlich mit ihnen gesprochen werde. Ihr Vater erzählte dazu eine Geschichte aus der eigenen Familie: Seine Mutter hatte nach dem Zweiten Weltkrieg zwei Jahre lang 50 Vertriebene auf ihrem Hof aufgenommen, die genau Buch führten und sich später mit Naturalien revanchierten, sobald sie selbst wieder etwas hatten. Die Großmutter, so Lara Fischer, bekomme bis heute Briefe aus dieser Zeit.
Fast ein Jahrzehnt später lässt sich ihr eigener Satz über das Verblassen der Erinnerung auch am Museum selbst ablesen:
- Der feste Eintrittspreis von 3,50 Euro aus der Eröffnungszeit ist weggefallen, stattdessen bittet ein Schild um eine freiwillige Spende.
- Die Öffnungszeiten sind von ursprünglich sieben Tagen die Woche auf wenige Nachmittage geschrumpft.
- Wer aktuell die operative Leitung führt, lässt sich aus öffentlich zugänglichen Quellen nicht mehr klären.
Die Stimme am Vormittag: Karriere bei Unser Radio
Parallel zum Museum baute sich Lara Fischer eine zweite, eigenständige Rolle auf. Ab 2015 schrieb sie als Lokalreporterin für Unser Radio, mit Artikeln auf dem Nachrichtenportal Passau24.de, unter anderem über Kommunalpolitik und die Borkenkäferplage im Bayerischen Wald. Danach ging es Schritt für Schritt weiter:
- Ende 2016: Übernahme der Nachmittagssendung bei Unser Radio
- Januar 2018: Wechsel in die Frühsendung von 6 bis 9 Uhr, gemeinsam mit Nachrichtensprecher Christian Keim, als Nachfolgerin von Simone Rieger
- März 2018: Moderation des Osterquiz mit der Sparda-Bank Ostbayern, bei dem laut dem Fachportal radioszene.de 10.000 Euro an soziale Projekte in der Region gingen
- 2019: Teilnahme am Volo Camp der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien, einem Traineeprogramm für private Rundfunksender
Diese Laufbahn lässt sich gut bis ins Jahr 2022 zurückverfolgen, danach bricht die öffentliche Spur ab.
Ottfried Fischer meldet sich zurück, seine Tochter bleibt verschwunden
Während über die frühere Radiomoderatorin seit Jahren nichts mehr zu erfahren ist, taucht ihr Vater 2025 und 2026 wieder häufiger in den Medien auf. Ottfried Fischer lebt heute mit seiner Frau Simone in Gauting bei München, ist wegen seiner Parkinson-Erkrankung auf einen Rollstuhl angewiesen und hat seit Frühjahr 2025 unter ärztlicher Begleitung mit einem Abnehmmedikament rund 80 Kilogramm verloren. Über diese Entwicklung berichteten unter anderem t-online und heute.at, samt öffentlicher Auftritte wie beim Starkbieranstich am Nockherberg im März 2026 oder bei der Verleihung des Sigi-Sommer-Talers Ende 2025.
Bei seiner Tochter ist von einer solchen Rückkehr ins öffentliche Leben nichts zu sehen. Weder bei Unser Radio noch beim Hochwassermuseum noch in sozialen Netzwerken lässt sich derzeit eine aktuelle Spur von ihr finden. Ob sie beruflich neue Wege eingeschlagen hat oder aus anderen Gründen nicht mehr öffentlich auftritt, lässt sich mit den verfügbaren Quellen nicht beantworten.
Das Museum gibt es unterdessen weiterhin. Am Unteren Sand 2 in der Passauer Altstadt, zwischen Café Aquarium und Fürstbischöflichem Opernhaus, kann es an ausgewählten Nachmittagen besucht werden, auf 125 Quadratmetern, ohne klassische Vitrinen, dafür mit beweglichen Stellwänden, die von der Flut des Jahres 2013 erzählen.
Quellen: t-online, heute.at, RegioWiki Niederbayern, blank Onlinemagazin der Uni Passau, Frankenpost

