Er spielte den jungen Barack Obama, stand neben Oscar Isaac auf der Bühne in Brooklyn und tauchte in der meistgesehenen Netflix-Serie seines Vaters auf. Ein Porträt.
Julian Henry De Niro ist der Sohn von Robert De Niro und der Schauspielerin und früheren Topmodel Toukie Smith. Der am 20. Oktober 1995 in New York geborene Schauspieler ist heute 30 Jahre alt und hat mit Auftritten in der Showtime-Serie The First Lady und der Netflix-Produktion Zero Day auf sich aufmerksam gemacht.
Im April 2025 gab seine Zwillingsschwester Airyn De Niro in einem Interview mit dem amerikanischen Magazin Them bekannt, eine Transfrau zu sein. Robert De Niro reagierte noch am selben Tag öffentlich und sagte gegenüber Variety: „Ich habe Aaron als meinen Sohn geliebt und unterstützt, und jetzt liebe und unterstütze ich Airyn als meine Tochter. Ich verstehe nicht, warum das eine große Sache sein soll.“ Julian sagte dazu nichts, wie er es bei fast allem hält, was seine Familie oder seine Karriere betrifft.
Inhaltsverzeichnis
Auf einen Blick
| Vollständiger Name | Julian Henry De Niro |
| Geboren | 20. Oktober 1995, New York City |
| Alter | 30 Jahre (Stand: Mai 2026) |
| Eltern | Robert De Niro und Toukie Smith |
| Beruf | Schauspieler |
| Ausbildung | NYU Tisch School of the Arts; Master in Informatik (NYU) |
| Bekannt für | The First Lady (2022), Zero Day (2025), Broadway (2023) |
Herkunft und frühe Jahre
Julian und seine Zwillingsschwester Airyn kamen durch eine Leihmutter zur Welt, gezeugt per In-vitro-Fertilisation. Seinen zweiten Vornamen Henry trägt er nach seinem Großvater väterlicherseits, dem Künstler und Bildhauer Robert Henry De Niro Sr.
Seine Mutter Toukie Smith und Robert De Niro waren von 1988 bis 1996 ein Paar, ohne jemals zu heiraten. Julian wuchs in New York auf, weitgehend abseits des öffentlichen Interesses, das seinen Vater seit Jahrzehnten begleitet.
Airyn De Niro sagte in ihrem Them-Interview von 2025 rückblickend, dass beide Eltern sie und Julian bewusst aus der Öffentlichkeit herausgehalten hätten, weil sie eine möglichst normale Kindheit haben sollten. Bei Julian wirkt das bis heute nach.
Seine Mutter: Toukie Smith
Toukie Smith, bürgerlicher Name Doris A. Smith, wurde am 25. September 1952 in Philadelphia, Pennsylvania, geboren. In den 1970er und 1980er Jahren baute sie sich in der Modewelt eine eigenständige Karriere auf, die weit über die spätere Beziehung mit De Niro hinausging.
Sie arbeitete für Chanel, Versace, Issey Miyake und Thierry Mugler, erschien in Vogue, ELLE, Ebony und Cosmopolitan und wurde 1978 zur Bloomingdale’s Model des Jahres gewählt. Sie war eine der ersten schwarzen Models, nach denen ein Schaufensterpuppen-Modell gestaltet wurde. Als Schauspielerin spielte sie von 1989 bis 1990 die Rolle der Eva Rawley in der NBC-Sitcom 227 und hatte mehrere Auftritte in Miami Vice.
Ihr Bruder Willi Smith war einer der bekanntesten afroamerikanischen Modedesigner seiner Generation und starb am 17. April 1987 an den Folgen von AIDS. Toukie Smith und Robert De Niro engagierten sich danach gemeinsam für HIV- und AIDS-Aufklärung.
Karriere als Schauspieler
Filmografie im Überblick
| Jahr | Produktion | Rolle | Plattform |
|---|---|---|---|
| 2016 | In Dubious Battle | Billy | Kino |
| 2022 | The First Lady | Junger Barack Obama | Showtime |
| 2023 | The Sign in Sidney Brustein’s Window | Darsteller | Broadway (BAM) |
| 2025 | Zero Day | Riley Dobbs | Netflix |
In Dubious Battle (2016)
Julians erster Filmauftritt war die Verfilmung von John Steinbecks Roman In Dubious Battle, unter der Regie von James Franco, mit Selena Gomez, Nat Wolff und Robert Duvall. Julian spielte Billy, einen Wanderarbeiter in Steinbecks Geschichte über Streikbewegungen in der kalifornischen Landwirtschaft. Es war eine Nebenrolle in einem literarisch anspruchsvollen Stoff, ohne Staraufgaben und ohne Aufmerksamkeit.
The First Lady (2022)
In der Showtime-Serie The First Lady übernahm Julian die Rolle des jungen Barack Obama in der Episode „Please Allow Me“. Obama ist als Figur keine neutrale Besetzung: Er ist weltweit bekannt, und jede Fehlinterpretation wäre sofort aufgefallen. Größere Kontroversen um seine Darstellung gab es nicht.
Broadway 2023
In der Spielzeit 2023 stand Julian auf der Bühne des Harvey Theater der Brooklyn Academy of Music, in einer Neuinszenierung von Lorraine Hansberrys The Sign in Sidney Brustein’s Window. Regie führte Anne Kauffman. Hansberry ist die Dramatikerin hinter A Raisin in the Sun, einem der bedeutendsten Theaterstücke der amerikanischen Geschichte. An seiner Seite standen Oscar Isaac und Rachel Brosnahan, beide vielfach ausgezeichnet. Für einen Schauspieler mit wenigen Filmkredits ist das keine kleine Bühne.
Zero Day (2025)
Im Februar 2025 erschien auf Netflix die Miniserie Zero Day, Robert De Niros erste Hauptrolle in einer Fernsehserie überhaupt. Er spielt den ehemaligen US-Präsidenten George Mullen, der nach einem Cyberangriff auf die USA eine Sonderkommission leitet. Die Serie, mit Jesse Plemons, Angela Bassett, Lizzy Caplan und Joan Allen besetzt, rangierte zwei Wochen in Folge auf Platz zwei der amerikanischen Netflix-Charts.
Julian war in Episode fünf als Riley Dobbs zu sehen. Weniger bekannt ist, dass auch seine Halbschwester Drena De Niro in der Serie auftrat, als Kongressabgeordnete D’Andrea. Dass Robert De Niro, seine Tochter Drena und sein Sohn Julian gleichzeitig in einer Produktion zu sehen waren, hat die Presse bislang kaum aufgegriffen.
Ausbildung
Julian studierte an der NYU Tisch School of the Arts Schauspiel. Laut seinem Broadway-Profil belegte er parallel Mathematik und Informatik als zweites Fach und schloss anschließend einen Master in Informatik an der NYU ab. Wie er beides unter einen Hut gebracht hat, hat er nie öffentlich erklärt.
April 2025: Airyns Coming-out
Am 29. April 2025 erschien in dem LGBTQ+-Magazin Them ein Interview, in dem Airyn De Niro ihr Coming-out als Transfrau öffentlich machte. Sie sprach darin über ihre Identität, ihre Kindheit und das Aufwachsen unter dauerhafter öffentlicher Beobachtung. „Es gibt einen Unterschied zwischen sichtbar sein und gesehen werden. Ich war sichtbar. Ich glaube nicht, dass ich gesehen wurde“, sagte Airyn in dem Gespräch.
Robert De Niro gab noch am selben Tag ein Statement ab, das Variety und Deadline veröffentlichten: „Ich habe Aaron als meinen Sohn geliebt und unterstützt, und jetzt liebe und unterstütze ich Airyn als meine Tochter. Ich verstehe nicht, warum das eine große Sache sein soll. Ich liebe alle meine Kinder.“
Dass De Niro so reagierte, hat einen persönlichen Hintergrund. Sein Vater, der Künstler und Bildhauer Robert De Niro Sr., lebte offen als schwuler Mann. De Niro wuchs mit dieser Familienrealität auf.
Wenige Wochen nach Airyns Interview nahm Robert De Niro bei den Filmfestspielen in Cannes die Ehren-Palme d’Or entgegen, eine Auszeichnung für sein Lebenswerk im Film.
Julian hat sich zu den Ereignissen des Frühjahrs 2025 bis heute nicht öffentlich geäußert.
Alle sieben Kinder von Robert De Niro
Robert De Niro hat sieben Kinder aus drei Beziehungen. Julian und Airyn stammen aus seiner Beziehung mit Toukie Smith. Aus seiner ersten Ehe mit Diahnne Abbott stammen sein Sohn Raphael und die adoptierte Drena De Niro, die zuletzt in Zero Day an seiner Seite zu sehen war. Mit seiner Ex-Frau Grace Hightower hat er die Kinder Elliot (geboren 1998) und Helen Grace (geboren Dezember 2011, ebenfalls per Leihmutter). Sein jüngstes Kind, Gia Virginia Chen-De Niro, kam im April 2023 zur Welt. Mutter ist seine Partnerin Tiffany Chen.
Der Mann im Hintergrund
Julian De Niro hat Obama gespielt, stand neben Oscar Isaac auf der Bühne in Brooklyn und war in der Netflix-Serie seines Vaters zu sehen, während dieser in Cannes ausgezeichnet wurde und seine Zwillingsschwester weltweit Schlagzeilen machte.
Sein Name ist trotzdem der, bei dem die meisten kurz nachdenken müssen.
Öffentliche Auftritte gibt es kaum, Interviews hat er nie gegeben, und in der Klatschpresse taucht er nicht auf. Ob das eine bewusste Entscheidung ist oder einfach wer er ist, bleibt offen. Er hat sich dazu nie geäußert.
Quellen: IMDB · Wikipedia – Robert De Niro · Wikipedia – Toukie Smith · Variety · Netflix – Zero Day

