Heinz Piper (4. März 1908 bis 1. Februar 1972 in Hamburg) war ein deutscher Schauspieler, Moderator und Synchronsprecher. Bekannt wurde er durch die Einführung zu „Dinner for One“: In der Fassung des NDR von 1963 erklärt er dem deutschen Publikum den englischen Sketch. Laut Wikipedia läuft sie bis heute an jedem Silvesterabend in den dritten Programmen der ARD. Sein Sohn ist Tommi Piper, die deutsche Stimme von Alf.
Seine Laufbahn reicht vom Kinofilm der 1930er Jahre über Hamburger Bühnen und den Rundfunk bis zu Fernsehserien der 1960er und frühen 1970er Jahre.
Inhaltsverzeichnis
Lebensdaten im Überblick
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Geboren | 4. März 1908 |
| Gestorben | 1. Februar 1972 in Hamburg, mit 63 Jahren |
| Berufe | Schauspieler, Moderator, Hörspielsprecher und Synchronsprecher |
| Bekannteste Arbeit | Einführung zu „Dinner for One“ (NDR, 1963) |
| Familie | Sohn Tommi Piper, Schauspieler und Synchronsprecher |
| Schreibweise | Bei IMDb zu einer Rolle auch als Heinz Pieper geführt |
Die Einführung zu „Dinner for One“
Die Produktion stammt vom NDR. Regie führte Heinz Dunkhase, in den Hauptrollen spielten Freddie Frinton und May Warden. Dunkhase und Peter Frankenfeld hatten den Sketch laut der englischsprachigen Wikipedia bei einem Besuch in Blackpool entdeckt. Frinton und Warden führten ihn demnach schon ab 1945 auf Bühnen an britischen Seebrücken auf. Für das deutsche Fernsehen wurde er zwischen dem 30. April und dem 4. Mai 1963 vor Publikum im Studio B des NDR in Lokstedt aufgezeichnet.
Der rund 18 Minuten lange Sketch wird auf Englisch gespielt. Damit das deutsche Publikum der Handlung folgen kann, setzte Dunkhase den Schauspieler Piper als Moderator ein, wie Wikipedia festhält. Er erläutert die Ausgangslage: Miss Sophie feiert ihren 90. Geburtstag und hat vier Freunde eingeladen, die nicht mehr leben. Butler James übernimmt ihre Rollen. Fernsehserien.de führt Piper dabei als Conférencier. TV Wunschliste nennt den Sketch die am häufigsten wiederholte Sendung des deutschen Fernsehens.
Zum Versprecher in der Ansage: Fernsehserien.de berichtet, Piper habe bei der Aufzeichnung statt „as“ das Wort „than“ gesagt, was grammatisch falsch ist. Der NDR soll die Stelle später mit einer Aufnahme aus einer Probe überspielt haben. Eine Bestätigung des Senders ist uns nicht bekannt.
Laufbahn: vom Kinofilm zu Bühne, Rundfunk und Fernsehen
Nach einer Schauspielausbildung debütierte Piper 1936 in Georg Jacobys Film „Der Bettelstudent“ mit Marika Rökk und Johannes Heesters. Nach 1945 arbeitete er nur noch selten für das Kino, so Wikipedia. Er spielte stattdessen verstärkt an Hamburger Bühnen, darunter am Thalia Theater und am Theater im Zimmer, und war im Rundfunk tätig, unter anderem als Sprecher der Reihe „Saturday Nightclub“ des NDR. Im Fernsehen hatte er Gastrollen.
Die Rollennamen in der Auswahl stammen von IMDb, fernsehserien.de und OFDb:
| Jahr | Titel | Rolle |
|---|---|---|
| 1936 | „Der Bettelstudent“ | Polnischer Student, ohne Nennung |
| 1937 | „Die Korallenprinzessin“ | Leutnant Küken |
| 1938 | „Es leuchten die Sterne“ | Texter |
| Ende der 1950er | „Der Mann, der sich verkaufte“ (Regie Josef von Báky) | Hotelportier |
| 1963 | „Dinner for One“ | Moderator |
| 1965 bis 1966 | „Die Bräute meiner Söhne“ | Karl |
| 1966 | „Der Fall Kapitän Behrens“ | Hafenkommandant |
| 1968 | „Hauptstraße Glück“ | Herr Berger |
| 1970 bis 1971 | „Die Journalistin“ | Vater Albrecht |
| 1972 | „Die Melchiors“ | Rechenmeister |
Der letzte verzeichnete Titel stammt aus seinem Todesjahr.
Synchronsprecher mit 33 Sprechrollen
Die Deutsche Synchronkartei verzeichnet für Piper 33 Sprechrollen in Filmen und Serien. Er sprach unter anderem:
- Leo McKern in „Teuflisches Alibi“ (1957)
- Patrick Macnee in „Panzerschiff Graf Spee“ (1956)
- Geoffrey Keen in „Marsch durch die Hölle“ (1956) und „Auf falscher Spur“ (1950)
- Walter Rilla in „Sekunden der Verzweiflung“ (1953)
Im Film „Martin Luther“ von 1953 sprach er in der deutschen Fassung den Dr. Eck. IMDb führt diese Arbeit als Synchronisation ohne Nennung im Abspann.
Familie und Privatleben
Zum Privatleben liegen kaum öffentliche Angaben vor. Zur Todesursache und zur Grabstätte finden sich in frei zugänglichen Quellen keine Angaben.
Sein Sohn Tommi Piper, mit bürgerlichem Namen Thomas Piper, kam im März 1941 in Berlin zur Welt und wurde als deutsche Stimme von Alf bekannt. Einem Bericht zum 80. Geburtstag von Tommi Piper zufolge waren seine Eltern Künstler, der Vater Schauspieler, die Mutter Tänzerin. Die Familie zog demnach in den Kriegsjahren und danach zwischen dem niederbayerischen Straubing, München und Hamburg.

