Sie taucht selten auf, aber nie zufällig. Und seit ihr Mann Innenminister wurde, hat sich daran nichts geändert.
Franziska Hagel galt monatelang als mögliche erste First Lady von Baden-Württemberg. Im März verlor ihr Mann Manuel Hagel die Landtagswahl knapp und wurde stattdessen Innenminister des Landes. Über die Frau, die für dieses Amt vorgesehen war, liest man seitdem kaum noch etwas.
Inhaltsverzeichnis
Wer ist Franziska Hagel? Die wichtigsten Fakten im Überblick
Ein paar gesicherte Fakten, bevor es um Wahlkampf und Skandal geht:
- Geboren: 1986
- Wohnort: Ehingen an der Donau, Alb-Donau-Kreis
- Ehemann: Manuel Hagel, CDU-Landeschef und seit Mai 2026 Innenminister von Baden-Württemberg
- Zusammen seit: 2012, verheiratet seit Juni 2016
- Kinder: drei Söhne, laut Abendzeitung München im Januar 2026 sieben, fünf und drei Jahre alt
- Beruf: arbeitet nach Angaben von t-online neben dem Familienalltag in einem Hotel
Seltener erwähnt wird, dass sie nach eigenen Worten selbst in Vereinen groß geworden ist und sagt, ihr Herz schlage für Menschen und Gemeinschaft. Das passt nicht ganz zum Klischee der stillen Politikerfrau.
Ihr Alltag in Ehingen, weit weg vom Rampenlicht in Stuttgart
Während ihr Mann als Landtagsabgeordneter, CDU-Generalsekretär und später Fraktionsvorsitzender fast zehn Jahre lang regelmäßig nach Stuttgart pendelte, blieb sie mit den drei Söhnen in Ehingen. Ein Umzug in die Landeshauptstadt stand für die Familie nie zur Debatte, erzählte Manuel Hagel der Abendzeitung München. Über seine Frau sagte er dort, sie bringe die Dinge auf den Punkt und organisiere vieles mit beeindruckender Kraft, und ergänzte: „Franzi ist für mich meine größte Stütze und Inspiration.“
Der Auftritt, der alles verändert: der Streit um ein altes Video
Anfang März 2026, wenige Tage vor der Landtagswahl, taucht ein acht Jahre altes Video wieder auf. Darin schwärmt Manuel Hagel bei einem Schulbesuch über die „rehbraunen Augen“ einer Schülerin namens Eva. Eine Grünen-Bundestagsabgeordnete verbreitet den Ausschnitt erneut, dem Politiker wird Sexismus vorgeworfen, und der bis dahin komfortable Umfragevorsprung der CDU beginnt zu schmelzen.
In dieser Woche gibt Franziska Hagel dem Magazin „Bunte“ ein gemeinsames Interview mit ihrem Mann. Der Kommentar habe einfach nicht zu ihm gepasst, sagt sie, und sie sei überrascht gewesen, wie viele Menschen sich gemeldet hätten, die Manuel kennen und sagen, das sei nicht der Mensch, den sie erleben. Auf die Frage, ob die Vorwürfe ihre Ehe belasten, antwortet sie knapp: „Ich würde ihn sofort wieder heiraten.“
Wie stark das Video tatsächlich wirkte, zeigt eine repräsentative Umfrage des Instituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur, über die auch die Badische Zeitung berichtete. Demnach gaben 47 Prozent der Befragten, die von dem Video gehört hatten, an, ihr Bild von Hagel habe sich verschlechtert. 13 Prozent sagten das Gegenteil, für die übrigen 38 Prozent änderte sich nichts.
Kein First-Lady-Amt: Was aus der Landtagswahl wirklich wurde
Am 8. März 2026 unterliegt die CDU den Grünen denkbar knapp: 29,7 zu 30,2 Prozent. Cem Özdemir wird neuer Ministerpräsident, Manuel Hagel wechselt seit dem 13. Mai 2026 als Innenminister und stellvertretender Ministerpräsident in die neue grün-schwarze Landesregierung, bestätigt die offizielle Regierungsseite von Baden-Württemberg. Ein Amt namens „First Lady“ gibt es im Land ohnehin nicht offiziell, es war ein Etikett der Berichterstattung.
Was vor der Wahl erwartet wurde und was danach tatsächlich passierte, unterscheidet sich deutlich:
| Vor der Wahl (Februar 2026) | Nach der Regierungsbildung (Mai 2026) |
|---|---|
| Manuel Hagel als CDU-Favorit auf das Amt des Ministerpräsidenten | Cem Özdemir (Grüne) ist Ministerpräsident |
| Franziska Hagel als mögliche erste First Lady porträtiert | Sie bleibt Ehefrau des Innenministers, ohne offizielle Rolle |
| Zahlreiche Porträts über ihr mögliches künftiges Leben | Kaum noch Berichterstattung über sie |
Mehrere Redaktionen berichteten wochenlang über eine Rolle, die es am Ende nie gab, wie auch der Staatsanzeiger Baden-Württemberg im Rückblick auf die Regierungsbildung zeigt.
Warum es seitdem still um sie geworden ist
Die naheliegende Erklärung wäre, dass Franziska Hagel einfach die Öffentlichkeit meidet. Zwischen dem Landespresseball im November 2025, bei dem sie mit ihrem Mann in der Stuttgarter Liederhalle tanzte und sich für Fotografen ablichten ließ, und ihrem Auftritt bei „Bunte“ im März liegen mehrere Monate ohne ein einziges öffentliches Wort von ihr.
Beide Auftritte fallen in eine ähnliche Kategorie: der wichtigste gesellschaftliche Termin des politischen Stuttgart und die Woche, in der ihr Mann öffentlich unter Druck stand. Zur neuen Rolle ihres Mannes als Innenminister hat sie sich seit dessen Amtsantritt im Mai 2026 nicht öffentlich geäußert.
Die wichtigsten Fragen zu Franziska Hagel
Ist Franziska Hagel die First Lady von Baden-Württemberg?
Nein. Ihr Mann verlor die Landtagswahl 2026 knapp gegen Cem Özdemir und wurde stattdessen Innenminister sowie stellvertretender Ministerpräsident. Ein offizielles Amt „First Lady“ existiert in Baden-Württemberg nicht.
Was macht Franziska Hagel beruflich?
Sie arbeitet nach Angaben von t-online neben dem Familienalltag in einem Hotel. Weitere Details zu ihrer Tätigkeit sind öffentlich nicht bekannt, da sie Interviews zu ihrem Privatleben weitgehend meidet.
Wie viele Kinder haben Franziska und Manuel Hagel?
Das Paar hat drei Söhne, die im Januar 2026 laut Abendzeitung München sieben, fünf und drei Jahre alt waren.
Seit wann sind Franziska und Manuel Hagel zusammen?
Die beiden sind seit 2012 ein Paar und heirateten im Juni 2016. Sie leben mit ihren drei Söhnen in Ehingen an der Donau.

