Daniella Hemsley: Was beim Box-Skandal wirklich geschah

Daniella Hemsley ist britische Content-Creatorin, ehemalige Kingpyn-Boxerin und mittlerweile Teil der ITV-Show Bad Boyfriends. Bekannt wurde sie vor allem durch einen einzigen Moment im Ring: den Sommer 2023, als sie nach einem Kampfsieg in Dublin vor laufender Kamera ihr Oberteil auszog und damit eine Debatte auslöste, die bis heute nachwirkt.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Herkunft: London, Großbritannien
  • Bekannt durch: Fitness- und Lifestyle-Content auf TikTok und Instagram, später Kingpyn Boxing
  • Box-Bilanz: ein Sieg, eine Niederlage, beide Kämpfe 2023
  • Aktuelles Projekt: Bad Boyfriends, Staffel 2, ITV und ITVX
  • Partner: Akonne Wanliss, ebenfalls als Content Creator aktiv
  • Ihr genaues Geburtsdatum hat sie öffentlich nie bestätigt, verschiedene Angaben dazu kursieren im Netz und widersprechen sich


Vom Fitness-Content zur Box-Karriere

Vor ihrem Auftritt im Ring war Hemsley vor allem in den sozialen Netzwerken präsent. Auf Instagram folgen ihr rund 212.000 Menschen, auf TikTok kommt sie auf über 250.000 Follower und mehr als 3,3 Millionen Likes. Neben ihren offiziellen Kanälen bietet sie kostenpflichtige Inhalte über OnlyFans und FanVue an, ein Weg, den mittlerweile viele britische Social-Media-Persönlichkeiten neben ihrer eigentlichen Reichweite nutzen.

2023 unterschrieb sie bei Kingpyn Boxing, einer Promotion, die gezielt auf Kämpfe zwischen bekannten Internetpersönlichkeiten setzt. Solche Formate haben sich in Großbritannien in den vergangenen Jahren zu einer eigenen kleinen Sportindustrie entwickelt, oft mit mehr Zuschauerinteresse an der Person außerhalb des Rings als an der eigentlichen Box-Leistung. Hemsleys Debüt endete mit einer Niederlage nach Punkten gegen Jully Poca, ausgetragen am 22. April 2023 in der OVO Arena in London.

Der Kampf in Dublin, der alles veränderte

Am 15. Juli 2023 stand Hemsley im Halbfinale des High-Stakes-Turniers in der 3Arena in Dublin erneut im Ring, diesmal gegen Aleksandra Daniel, bekannt unter ihrem Ringnamen Ms Danielka. Sie gewann nach Punkten. Direkt nach der Urteilsverkündung zog sie vor laufender Kamera ihr Oberteil aus, ein Bild, das sich innerhalb weniger Stunden über soziale Netzwerke verbreitete.

DatumGegnerinErgebnisVeranstaltungsort
22.04.2023Jully PocaNiederlage nach PunktenOVO Arena, London
15.07.2023Aleksandra Daniel (Ms Danielka)Sieg nach Punkten3Arena, Dublin

Kingpyn reagierte innerhalb weniger Tage. Der Veranstalter entschuldigte sich öffentlich und teilte mit, dass Hemsley nicht im Finale des Turniers antreten werde, weil der Vorfall nicht den eigenen Ansprüchen an eine Fightnight entsprach. Auch Eddie Hearn, Chef der Promotion Matchroom Boxing und eine der bekanntesten Figuren im britischen Boxsport, äußerte sich kritisch zu der Szene und beschrieb sie als Ausdruck einer Welt, die er kaum noch wiedererkenne.

Kingpyns Erklärung und Hemsleys eigene Version

Öffentlich wurde der Moment zunächst als Missgeschick dargestellt, ein sogenanntes Wardrobe Malfunction. In einem Interview mit dem britischen Kanal Alpha Plug schilderte Hemsley den Ablauf jedoch anders:

„Ich hatte die Erlaubnis des Promoters, und ich wollte es nur machen, wenn ich gewinne.“

Diese Version widerspricht der ursprünglichen Kingpyn-Erklärung von einem unbeabsichtigten Vorfall. Statt eines spontanen Fehlers beschreibt Hemsley eine Abmachung, die vorher getroffen und im Nachhinein öffentlich anders dargestellt wurde.

Kritik an einer Branche, die von Kontroversen lebt

Kämpfe wie bei Kingpyn leben von genau diesem Prinzip: bekannte Gesichter aus sozialen Medien, wenig sportliche Erfahrung, viel Inszenierung rund um den eigentlichen Kampf. Zuschauer schalten bewusst ein, weil sie ungefilterte, aufmerksamkeitsstarke Momente erwarten, ähnlich wie bei vergleichbaren Formaten im Umfeld von KSI oder Jake Paul, die das Prinzip Influencer-Boxen international bekannt gemacht haben.

Als eine Kämpferin diesen Mechanismus nach eigener Aussage bewusst bediente, reagierte die Organisation mit Ausschluss statt mit einer klaren Haltung zum eigenen Format. Offen bleibt, wo bei einer Sportart, die mit kontrollierter Grenzüberschreitung wirbt, die Grenze zwischen erwünschter und unerwünschter Aufmerksamkeit verläuft und wer sie im Nachhinein zieht.

Was Bad Boyfriends ist, und wo Hemsley heute steht

Rund drei Jahre nach dem Kampf in Dublin ist Hemsley wieder im Rampenlicht, diesmal über ein anderes Format. Sie gehört zur Besetzung der zweiten Staffel von Olivia Attwood’s Bad Boyfriends, einer Reality-Show bei ITV und ITVX, die von der britischen Fernsehpersönlichkeit Olivia Attwood entwickelt wurde und sich um Paare aus der Content-Creator-Szene und deren Beziehungsalltag dreht. Hemsley tritt darin gemeinsam mit ihrem Partner Akonne Wanliss auf, der ebenfalls als Content Creator aktiv ist, neben weiteren Paaren aus derselben Branche.

Auf ihren eigenen Kanälen deuten aktuelle Beiträge zudem an, dass sie das Boxtraining wieder aufgenommen hat. Ein konkretes Datum für einen neuen Kampf gibt es bislang nicht. Sollte sie tatsächlich in den Ring zurückkehren, dürfte sich zeigen, ob Kingpyn oder vergleichbare Formate bei einem ähnlichen Moment anders reagieren als 2023.


Quellen:

Marco Koehler
Marco Koehlerhttps://newzire.de/
Ich bin Marco Koehler, Journalist aus Berlin und Gründer von Newzire. Mein Handwerk habe ich in den Redaktionen mehrerer lokaler und regionaler Verlage gelernt, wo ich rund acht Jahre lang in nahezu jedem Ressort gearbeitet habe, von Kommunalpolitik und Gerichtsberichten über Wirtschaft und Sport bis zu Reportagen über bekannte Persönlichkeiten. Bei Newzire setze ich diese Bandbreite fort: Politik und Wirtschaft, Sport und Tagesaktuelles aus Deutschland und der Welt, dazu Society und Boulevard, Lifestyle, Kultur und die gesellschaftlichen Debatten, die das Land gerade beschäftigen. Die Seite ist am 14. Mai 2026 online gegangen. Ich verantworte sie als Chefredakteur und Hauptautor, unterstützt von einem festen Team aus Redakteurinnen, Redakteuren und Rechercheuren, die Quellen prüfen und Fakten gegenlesen, bevor ein Beitrag erscheint. Mein Grundsatz beim Schreiben ist über die Jahre der gleiche geblieben: erst die Quelle, dann die Geschichte.

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