Ilka Seeler war HSV-Handballerin, bevor sie Uwe Seelers Frau wurde

Sechs Jahre bevor sie Uwe Seeler kennenlernte, war Ilka Seeler bereits Mitglied der HSV-Handballabteilung. Die Witwe des Hamburger Fußballidols starb am 3. Juli 2026 im Alter von 89 Jahren in Norderstedt. In den meisten Nachrufen taucht ihre eigene Vereinszeit nur als Randnotiz auf, kurz vor der Geschichte ihrer Ehe.



Auf Einen Blick

NameIlka Seeler, geborene Buck
Geboren26. Februar 1937 in Hamburg
Gestorben3. Juli 2026 in Norderstedt
Beigesetzt21. Juli 2026, Friedhof Ohlsdorf
EhemannUwe Seeler, verheiratet von 1959 bis 2022
Kinderdrei Töchter
VereinHandballabteilung des Hamburger SV, seit 1947

Mitglied der HSV-Handballabteilung, lange vor der Hochzeit

Ilka Buck, so ihr Geburtsname, trat 1947 im Alter von zehn Jahren der Handballabteilung des Hamburger SV bei. Die Spielerinnen des Vereins wurden intern die Rothosen genannt.

Uwe Seeler startete seine Profikarriere beim HSV im Jahr 1954, im selben Winter, in dem er Ilka bei einer gemeinsamen Feier der Handballerinnen und Fußballer kennenlernte. Zu diesem Zeitpunkt war sie bereits sechs Jahre lang Vereinsmitglied.

Die Neujahrsnacht, in der sich zwei HSV-Wege kreuzten

In der Nacht zum Jahreswechsel 1953 auf 1954 feierten die Handballerinnen und Fußballer des HSV gemeinsam. Unter den Fußballern war ein junger Stürmer, dessen Schwester zufällig in Ilkas Handballmannschaft spielte. „Seine Schwester war nachher auch mit in meiner Handballmannschaft. So hat sich das gefestigt. Gott sei Dank! Ich hätte nur ihn haben wollen“, erinnerte sie sich später an diesen Abend, wie der Hamburger SV in seinem Vereinsarchiv festhält.

Die beiden heirateten am 18. Februar 1959 in Hamburg-Eppendorf, zwölf Jahre nachdem sie dem Verein beigetreten war.

Die Familie: drei Töchter und ein Enkel im Profifußball

Aus der Ehe gingen drei Töchter hervor. Einer ihrer Enkel, Levin Öztunali, spielt bis heute als Profifußballer in der Bundesliga, wie der Tagesspiegel 2022 berichtete.

Laut Tagesspiegel sei sie sein Korrektiv gewesen, wenn er sich mit öffentlichen Terminen zu viel zugemutet habe. Bei ihrem 75-jährigen Vereinsjubiläum 2022 beschrieb sie die Beziehung mit einem Augenzwinkern: Uwe sei ihr Mäuschen, sagte sie, und sie sein Mäuschen.

Ihr Leben als Witwe: weiterhin sichtbar in Hamburg

Sie blieb sichtbar, so wie sie es bereits als Jugendliche im Verein gewesen war. Uwe Seeler starb am 21. Juli 2022 im Alter von 85 Jahren. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kondolierte ihr persönlich und dankte ihr für die gemeinsame Zeit, die sie ihrem Mann ermöglicht habe, wie Sport1 meldete.

Nach seinem Tod besuchte sie weiterhin Spiele des HSV, nahm an der Enthüllung des Denkmals für „Uns Uwe“ am Volksparkstadion teil und stand 2024 bei einer Straßenumbenennung neben HSV-Geschäftsführer Stefan Kuntz und Bürgermeister Peter Tschentscher. Der Verein würdigte sie später zusätzlich als Unternehmerin, Handballerin, Mutter, Großmutter und Urgroßmutter.

Abschied auf dem Friedhof Ohlsdorf

Ilka Seeler schlief in der Nacht vom 2. auf den 3. Juli 2026 zu Hause in Norderstedt friedlich ein, wie der Hamburger SV in seiner offiziellen Mitteilung schrieb. Der Verein bezeichnete sie darin ausdrücklich als eigenständige, starke Frau, die auch nach Uwes Tod Freundschaften pflegte und das Wohl der Familie über alles stellte.

Die Beisetzung fand am 21. Juli 2026 auf dem Friedhof Ohlsdorf statt, genau vier Jahre nach dem Tod ihres Mannes. Nach Angaben der Hamburger Allgemeinen Rundschau verlief die Trauerfeier im engsten Familienkreis am Grab ihres Mannes. Trauergäste legten Blumen und Kränze nieder, unter anderem im Namen des Hamburger SV, bevor am Ende Heidi Kabels Lied „In Hamburg sagt man Tschüss“ gespielt wurde.

Zuhause aber, sagte sie selbst einmal, sei sie die Kapitänin gewesen.

Marco Koehler
Marco Koehlerhttps://newzire.de/
Ich bin Marco Koehler, Journalist aus Berlin und Gründer von Newzire. Mein Handwerk habe ich in den Redaktionen mehrerer lokaler und regionaler Verlage gelernt, wo ich rund acht Jahre lang in nahezu jedem Ressort gearbeitet habe, von Kommunalpolitik und Gerichtsberichten über Wirtschaft und Sport bis zu Reportagen über bekannte Persönlichkeiten. Bei Newzire setze ich diese Bandbreite fort: Politik und Wirtschaft, Sport und Tagesaktuelles aus Deutschland und der Welt, dazu Society und Boulevard, Lifestyle, Kultur und die gesellschaftlichen Debatten, die das Land gerade beschäftigen. Die Seite ist am 14. Mai 2026 online gegangen. Ich verantworte sie als Chefredakteur und Hauptautor, unterstützt von einem festen Team aus Redakteurinnen, Redakteuren und Rechercheuren, die Quellen prüfen und Fakten gegenlesen, bevor ein Beitrag erscheint. Mein Grundsatz beim Schreiben ist über die Jahre der gleiche geblieben: erst die Quelle, dann die Geschichte.

Weitere Artikel

Kommentare

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Meistgelesen