Im Mai 2007 blieb während einer Livesendung bei 9Live ein Mikrofon offen, und was darauf zu hören war, beschäftigte innerhalb weniger Tage die bayerische Medienaufsicht. Der Vorfall ging als Lauenstein-Affäre in die deutsche Mediengeschichte ein, benannt nach einem Mann, der an jenem Abend nicht im Studio saß und mit dem eigentlichen Geschehen nachweislich nichts zu tun hatte. Frank William Lauenstein war zu dieser Zeit Leiter der Programmplanung bei 9Live, bekannt wurde sein Name aber vor allem durch seine Ehe mit der Moderatorin Alida Kurras, die ihn zum Zeitpunkt des Vorfalls trug.
Inhaltsverzeichnis
Auf einen Blick
| Merkmal | Information |
|---|---|
| Bekannt als | Ehemann von Alida Kurras (2006 bis 2010), Namensgeber der Lauenstein-Affäre |
| Frühere Position | Leiter der Programmplanung bei 9Live |
| Heutige Position | Head of Sales und Geschäftsführer bei Plugsurfing GmbH, Berlin |
| Eigenes Unternehmen | Gründer der Driving Net GmbH, Hamburg (2012) |
Wer ist Frank William Lauenstein?
Lauenstein arbeitete bei 9Live, dem einstigen Call-in-Sender der ProSiebenSat.1 Media AG, als Leiter der Programmplanung. In dieser Rolle war er für die Sendeplanung eines Formats zuständig, das sich fast vollständig über kostenpflichtige Gewinnspielanrufe finanzierte und in den frühen 2000er Jahren zu einem der umstrittensten Sender im deutschen Privatfernsehen wurde.
In der Öffentlichkeit trat er dabei kaum in Erscheinung. Interviews oder öffentliche Auftritte von ihm sind aus dieser Zeit nicht dokumentiert, seine mediale Präsenz beschränkte sich auf die Rolle als Ehemann einer bekannten Moderatorin.
Die Lauenstein-Affäre: Ein Name ohne eigene Handschrift
Am 13. Mai 2007 moderierte Alida Kurras, die zu diesem Zeitpunkt seit knapp einem Jahr verheiratet war, ein Wortratespiel bei 9Live. Während einer Kameraeinstellung blieb ihr Mikrofon offen. Zu hören war eine Anweisung an die Redaktion, den sogenannten Hot Button erst zu einem späteren Zeitpunkt auszulösen, wenn mehr zahlungspflichtige Anrufe eingegangen wären.
Der Mitschnitt verbreitete sich schnell im Internet und bestätigte aus Sicht vieler Kritiker einen Verdacht, den frühere 9Live-Mitarbeiter zuvor bereits gegenüber dem ARD-Magazin Plusminus geäußert hatten: Der angeblich zufällige Hot-Button-Mechanismus sei in Wahrheit gesteuert worden. Die Bayerische Landeszentrale für neue Medien forderte den Sender daraufhin zu einer Stellungnahme innerhalb von 48 Stunden auf, wie DWDL.de damals berichtete. Wenige Tage später musste die Behörde einräumen, eine naheliegende Frage bislang gar nicht geprüft zu haben: warum der angeblich zufällige Mechanismus überhaupt manuell freigegeben werden musste.
Der Vorfall wird bis heute unter dem Namen Lauenstein in Fachartikeln und Senderchroniken geführt. In keiner der damaligen Meldungen taucht Frank William Lauenstein selbst als handelnde Person auf. Er saß an jenem Abend nicht im Studio, äußerte sich öffentlich nie zu dem Vorfall und war zu keinem Zeitpunkt Gegenstand der Prüfung durch die Medienaufsicht. Getragen hat den Namen ausschließlich seine damalige Frau.
Die Ehe mit Alida Kurras
Frank William Lauenstein und Alida Kurras heirateten am 15. Juli 2006. Kurras war zu diesem Zeitpunkt bereits durch ihren Sieg bei Big Brother und ihre Arbeit als Moderatorin ein bekanntes Gesicht im deutschen Privatfernsehen.
Die Ehe hielt gut zweieinhalb Jahre. Im Februar 2009 trennte sich das Paar, die Scheidung wurde im September 2010 rechtskräftig. In einem späteren Interview nannte Kurras unterschiedliche Vorstellungen über eine gemeinsame Familienplanung als Grund für das Scheitern der Beziehung. Diese Angaben decken sich über mehrere unabhängige Quellen hinweg, darunter die deutsche Wikipedia, web.de und 1&1 Magazin.
Zweiter Werdegang: Von der Programmplanung in die Mobilitätsbranche
Während Alida Kurras nach der Trennung weiter im öffentlichen Leben blieb, verschwand Lauenstein fast vollständig aus der Berichterstattung. Das ändert sich erst wieder im Oktober 2012: Lauenstein gründet in Hamburg die Driving Net GmbH, eine Plattform zur Vermittlung von Fahrgemeinschaften zwischen Betreibern und Mobilitätsanbietern. Was in den Jahren dazwischen geschah, ist öffentlich nicht dokumentiert, sein weiterer Werdegang lässt sich von hier an vor allem über Handelsregisterdaten nachvollziehen.
Die Driving Net GmbH wurde später aufgelöst, mit Lauenstein selbst als Liquidator, wie aus den Registerdaten von Northdata hervorgeht.
Bei Plugsurfing: Vom Quereinsteiger zum Geschäftsführer
Rund 2018 wechselte Lauenstein zu Plugsurfing, einem Anbieter für Ladeinfrastruktur mit Sitz in Berlin. In einem Podcast-Gespräch mit Elektroauto-News.net im Herbst 2022 gab er an, zu diesem Zeitpunkt bereits viereinhalb Jahre für das Unternehmen tätig zu sein, was auf einen Einstieg um 2018 hindeutet.
Seine Position dort lässt sich über mehrere Quellen nachzeichnen:
- Im Handelsregister der Plugsurfing GmbH ist er laut dem zuletzt veröffentlichten Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 als Geschäftsführer eingetragen, gemeinsam mit Tatu Valtteri Kulla und Megan Pini
- In einem Podcast-Auftritt im August 2025 trat er als Head of Sales und Managing Director auf
- Auf der offiziellen Team-Seite von Plugsurfing wird er aktuell als Head of Sales geführt
Plugsurfing betreibt eines der größten öffentlichen Ladenetzwerke Europas und arbeitet mit mehreren Fahrzeugherstellern zusammen, um Ladezugang direkt in Fahrzeuge zu integrieren. Ob sich an seiner Position seit August 2025 etwas geändert hat, lässt sich derzeit nicht bestätigen, ein Wechsel ist aber ebenso wenig dokumentiert.
Zwei Ereignisse, eine Akte
Wer heute nach ihm sucht, findet vor allem zwei Ereignisse, die seinen Namen tragen: eine Ehe, die 2010 endete, und einen Senderskandal, an dem er nachweislich nicht beteiligt war. Was sich dagegen eindeutig belegen lässt, steht in den Handelsregisterakten zweier Unternehmen und auf der Teamseite eines Berliner Ladeinfrastruktur-Anbieters. Dort wird Frank William Lauenstein aktuell als Geschäftsführer geführt.

