Ana Barbarez: Wer ist die Frau des WM-Trainers?

Ana Barbarez ist die Ehefrau des bosnischen Nationaltrainers Sergej Barbarez, der seine Mannschaft im vergangenen Sommer zum zweiten Mal in der Landesgeschichte zu einer Fußball-Weltmeisterschaft geführt hat. Über den Trainer selbst ist inzwischen viel bekannt, über seine Frau dagegen kaum etwas. Was sich aus öffentlich zugänglichen Quellen über ihr Leben rekonstruieren lässt, beginnt in ihrer Heimatstadt Mostar.



Mostar, die Jugendliebe und der Krieg 1992

Ana stammt aus Mostar, derselben Stadt, in der Sergej Barbarez 1971 geboren wurde. Die beiden kennen sich seit der Schulzeit und werden in mehreren Quellen als Jugendliebe beschrieben. Während Sergej Ende 1991 für ein Probetraining zu Hannover 96 nach Deutschland reiste, blieb Ana zunächst in Mostar zurück.

Das änderte sich im Frühjahr 1992. Wenige Wochen bevor der Krieg die Stadt erreichte, floh sie gemeinsam mit Sergejs Vater und seiner Schwester nach Hannover. Seine Mutter Zlata blieb während des gesamten Kriegs in Mostar. Für Ana bedeutete die Flucht den Beginn eines neuen Lebens in einem fremden Land, an der Seite eines jungen Fußballers, dessen Karriere gerade erst begann.

Zwei Söhne: Filip-André und Sergio-Luis

Aus der Beziehung gingen zwei Söhne hervor: Filip-André, geboren 1994 in Berlin, in der Zeit, als Sergej Barbarez für Union Berlin spielte, und Sergio-Luis, geboren 1999. Im Alter von vier Jahren zog Filip-André mit der Familie nach Hamburg, wo Sergej ab 2000 für den Hamburger SV auflief. Dort meldete er sich beim SC Nienstedten an und blieb dem Amateurfußball treu, auch als sein Vater längst Bundesliga-Geschichte schrieb.

Ein Interview, das Filip-André 2016 dem Hamburger Fußballverband gab, liefert einen der wenigen Einblicke in das Familienleben. Er erzählte darin von fünf Bänderrissen im Sprunggelenk, von seiner Ausbildung zum Medienkaufmann und davon, dass er trotz des Vermögens seines Vaters noch bei seinen Eltern wohnte, weil sich von seinem Lehrlingsgehalt keine eigene Wohnung finanzieren ließ. Über seinen jüngeren Bruder sagte er: „Schade, dass er nicht so verrückt auf Fußball ist wie ich, sonst würde aus ihm bestimmt ein richtig Guter werden, er ist nämlich sehr intelligent.“ Über seine Mutter fiel in dem Gespräch kein einziges Wort.

Ihr Leben abseits der Kameras

Unsichtbar war Ana nie vollständig. Bildagenturen dokumentieren mehrere gemeinsame Auftritte des Paares in Hamburg, etwa bei der Veranstaltung „Couple of the Year“ im Hotel Louis C. Jacob im Januar 2006 sowie bei den „Day of Legends“ Galas des Hamburger SV 2008 und 2010 im Schmitz Tivoli Theater. Auf diesen Bildern steht sie neben ihrem Mann, im Hintergrund, ohne eigene Rolle in der Berichterstattung.

Seit diesen Jahren sind gemeinsame öffentliche Auftritte selten geworden. Sergej Barbarez, der 2001 gemeinsam mit Ebbe Sand Bundesliga-Torschützenkönig wurde und später jahrelang professionell Poker spielte, tritt als Nationaltrainer regelmäßig in Interviews auf. Von seiner Frau dagegen ist bis heute keine einzige öffentliche Aussage bekannt. Weder ihr Geburtsdatum noch ein Mädchenname sind in bosnischen, deutschen oder internationalen Quellen verzeichnet, und auch zu einem möglichen eigenen Beruf gibt es keine belastbaren Angaben.

Sergej Barbarez‘ Weg zur Weltmeisterschaft 2026

Sergej Barbarez übernahm die bosnische Nationalmannschaft im April 2024, ohne jede vorherige Erfahrung als Cheftrainer. Nach Jahren als TV-Experte und Pokerspieler führte er das Team im Frühjahr 2026 durch die Playoffs, unter anderem mit einem Sieg gegen Italien im Elfmeterschießen, zur WM-Qualifikation.

Beim Turnier selbst gelang der Mannschaft im Sommer 2026 mit einem 3:1 gegen Katar erstmals in der Landesgeschichte der Einzug in die K.-o.-Runde. Dort verlor Bosnien-Herzegowina Anfang Juli in Santa Clara mit 0:2 gegen die USA, ein Moment, der den Trainer nach Berichten sichtlich mitnahm.

Ana Barbarez im Überblick

  • Herkunft: Mostar, Bosnien und Herzegowina
  • Beziehung: Jugendliebe von Sergej Barbarez, seit der Schulzeit ein Paar
  • Übersiedlung nach Deutschland: Frühjahr 1992, kurz vor Kriegsbeginn in Mostar
  • Kinder: zwei Söhne, Filip-André (geboren 1994) und Sergio-Luis (geboren 1999)
  • Familienwohnort: über viele Jahre in Hamburg
  • Öffentlichkeitsgrad: keine bekannten Interviews, seltene gemeinsame Auftritte

Die unbeantwortete Frage

Sergej Barbarez wird zunehmend als eine der ungewöhnlichsten Geschichten der laufenden Weltmeisterschaft beschrieben, vom Nationalspieler über den Pokertisch bis zur Trainerbank. Seine Frau kommt darin nicht vor. Was die Flucht 1992, zwei Umzüge und drei Jahrzehnte im deutschen Profifußball für sie persönlich bedeutet haben, ist öffentlich nirgends dokumentiert, einfach weil bisher niemand sie danach gefragt hat.

Marco Koehler
Marco Koehlerhttps://newzire.de/
Ich bin Marco Koehler, Journalist aus Berlin und Gründer von Newzire. Mein Handwerk habe ich in den Redaktionen mehrerer lokaler und regionaler Verlage gelernt, wo ich rund acht Jahre lang in nahezu jedem Ressort gearbeitet habe, von Kommunalpolitik und Gerichtsberichten über Wirtschaft und Sport bis zu Reportagen über bekannte Persönlichkeiten. Bei Newzire setze ich diese Bandbreite fort: Politik und Wirtschaft, Sport und Tagesaktuelles aus Deutschland und der Welt, dazu Society und Boulevard, Lifestyle, Kultur und die gesellschaftlichen Debatten, die das Land gerade beschäftigen. Die Seite ist am 14. Mai 2026 online gegangen. Ich verantworte sie als Chefredakteur und Hauptautor, unterstützt von einem festen Team aus Redakteurinnen, Redakteuren und Rechercheuren, die Quellen prüfen und Fakten gegenlesen, bevor ein Beitrag erscheint. Mein Grundsatz beim Schreiben ist über die Jahre der gleiche geblieben: erst die Quelle, dann die Geschichte.

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